Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
109
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PhilotaS.

10?

dachte und Absichten sprechen soll. Zch wollte nur sagen:Die Frucht ist oft ganz anders, als die Blüthe sie verspricht.Ein weibischer Prinz, hat mich die Geschichte gclchrct, wardoft ein kriegerischer König. Könnte mit mir sich nicht das Ge-gentheil zutragen? Oder vielleicht war auch dieses meineMeynung, daß ich noch einen weiten und gefährlichen Weg zumThrone habe. Wer weiß, ob die Götter mich ihn vollendenlassen? Und laß mich ihn nicht vollenden, Vater der Göt-ter und Menschen, wenn du in der Zukunft mich als einenVerschwender des Kostbarsten, was du mir anvertrauet, desBlutes meiner Unterthanen, siehest!

Aridöns. Za, Prinz; was ist ein König, wenn er keinVater ist! Was ist ein Held ohne Menschenliebe! Nun erkenneich auch diese in dir, und bin wieder ganz dein Freund!Aber komm, komm; wir müssen hier nicht allein bleiben. Wirsind einer dem andern zu ernsthaft. Folge mir!

Philoms. Verzeih, König

Aridöus. Weigere dich nicht!

Philoms. So wie ich bin, mich vor vielen sehen zu

lassen?--

Aridöus. Warum nicht?

Philoms. Zch kann nicht, König; ich kann nicht.

Aridöus. Und die Ursache?

Philoms. O die Ursache! Sie würde dich zum Lachenbewegen.

Aridöus. Um so viel lieber laß sie mich hören. Zch binein Mensch, und weine und lache gern.

Philoms. Nun so lache denn! Sich, König, ich habekein Schwerd, und ich möchte nicht gern, ohne dieses Kennzei-chen des Soldaten, unter Soldaten erscheinen.

Aridöus. Mein Lachen wird zur Freude. Zch habe invoraus hierauf gedacht, und du wirst sogleich befriediget werden.Strato hat Befehl, dir dein Schwerd wieder zu schaffen.

Philoms. Also laß uns ihn hier erwarten.

Aridaus. Und alsdcnn begleitest du mich doch?

Philoms. Alsdenn werde ich dir aus dem Fuße nachfolgen.

Aridöus. Gewünscht! da kömmt er! Nun, Strato