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2 (1838)
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t?milm Galotti.

chcn. Er will mit seiner Gebietheriiin nach seinen Thalernvon Picmont: Gemsen zu jagen, auf den Alpen, und Mur -mclthicrc abzurichten. Was kann er bcßrcs thun? Hier istes durch das Mißbündniß, welches er trift, mit ihm doch aus.Der Zirkel der ersten Häuser ist ihm von nun an verschlossen

Der Prinz. Mit eucrn ersten Häusern! in welchen dasCeremonie!, der Zwang, die Langeweile, und nicht selten dieDürftigkeit herrschet. Aber so nennen Sie mir sie doch, derer dieses so große Opfer bringt.

rNarinelli. Es ist eine gewisse Emilia Galotti.

Der Prinz. Wie, Marinclli? Eine gewisse

TNannelli. Emilia Galotti.

Der Prinz. Emilia Galotti? Nimmermehr!

5Narmelli. Zuverlässig, gnädiger Herr.

Der Prinz. Nein, sag' ich; das ist nicht; das kann nichtseyn. Sie irren sich in dem Namen. Das Geschlecht derGalotti ist groß. Eine Galotti kann es seyn; aber nichtEmilia Galotti; nicht Emilia!

XNarinelli. Emilia Emilia Galotti!

Der Prinz. So giebt es noch eine, die beide Namenführt. Sie sagten ohnedem, eine gewisse Emilia Galottieine gewisse. Von der rechten könnte nur ein Narr so spre-chen

Marinelli. Sie sind außer sich, gnädiger Herr. Ken-nen Sie denn diese Emilia?

Der Prinz. Ich habe zu fragen, Marinclli; nicht Er.Emilia Galotti? Die Tochter des Obersten Galotti, bey Sa-bionctta?

ZNarinelli. Eben die.

Der Prinz. Die hier in Guastalla mit ihrer Mutter wohnet?XNarinelli. Eben die.

Der Prinz. Ohnfcrn der Kirche Allcr-Hciligcn?Marinelli. Eben die.

Der Prinz. Mit einem Worte (indem er nach dem Por-trait springt, imd cs dem Marinclli in dic Hand gicbt) Da! Diese?Diese Emilia Galotti? Sprich dein verdammtesEben die"noch einmal, und stoß mir den Dolch ins Herz!