Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
127
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vmilia (^alotti.

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legung) Wollen Sie mir freye Hand lassen, Prinz? WollenSie alles genehmigen, was ich thue?

Der Prinz, Alles, Marinclli, alles, was diesen Streichabwenden kann.

rNarinelli- So lassen Sie uns keine Zeit verlieren.Aber bleiben Sie nicht in der Stadt. Fahren Sie sogleichnach Ihrem Lustschlossc, nach Dosalo. Der Weg nach Sa-bionctta geht da vorbey. Wenn es mir nicht gelingt, den

Grafen angcnblicklich zu entfernen: so denk' ich--Doch,

doch; ich glaube, er geht in diese Falle gewiß. Sie wollenja, Prinz, wegen Ihrer Vermählung einen Gesandten nachMafia schicken? Lassen Sie den Grafen dieser Gesandte seyn;mit dem Beding, daß er noch heute abreiset. Verstehen Sie?

Der Prinz. Vortrefflich! Bringen Sie ihn zu mir her-aus. Gehen Sie, eilen Sie. Ich werfe mich sogleich in denWagen. (Marinclli geht ab.)

Siebender Auftritt.Der Prinz

Sogleich! sogleich! Wo blieb es? (sich »ach dem Por-traitc umschcnd) Auf der Erde? das war zu arg! (indem cr es auf-hebt) Doch betrachten? betrachten mag ich dich vors erste nichtmehr. Warum sollt' ich mir den Pfeil noch tiefer in dieWunde drücken? (setzt es bey Seite) Geschmachtet, gcscufzcthab' ich lange genug, länger als ich gesollt hätte: abernichts gethan! und über die zärtliche Unthätigkcit bey einemHaar' alles verloren! Und wenn nun") doch alles verlorenwäre? Wenn Marinclli nichts ausrichtete? Warum willich mich auch auf ihn allein verlassen? Es fällt mir ein,um diese Stunde, (»ach der Uhr sehend) um diese nehmliche Stundepflegt das fromme Mädchen alle Morgen bey den Dominika-nern die Messe zu hören. Wie wenn ich sie da zu sprechensuchte? Doch heute, heut' an ihrem Hochzcittagc, heutewerden ihr andere Dinge am Herzen liegen, als die Messe.Indeß, wer weiß? Es ist ein Gang. (Er klingelt, und in-

°)nun" fehlt der Handschrift.