Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
189
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Eiiiilia Galotti.

18!)

Gvoarvo. Nicht du, mcinc Tochter; nicht du!Gchc mit keiner Unwahrheit aus der Welt. Nickt du, meineTochter! Dein Vatcr, dein unglücklicher Vater!

Emilia. Ah mein Vater (Sic stirbt, und er lcgt sicsanft auf den Bodcn.)

GvoarSo. Zieh hin! Nun da, Prinz! Gefällt sie Ih-nen noch? Reißt sie noch Ihre Lüste? Noch, in diesem Blute,das wider Sic um Rache schreyet? (Nach cincr ^pause) Aber Sicerwarten, wo das alles hinaus soll? Sie erwarten vielleicht,daß ich den Stahl wider mich selbst kehren werde, um meineThat wie eine schaalc Tragödie zu beschließen? Sic irrensich. Hier! (Indem cr ihm dcn Dolch vor dic Füße wirft) Hier liegter, der blutige Zeuge meines Verbrechens! Ich gchc und lie-fere mich selbst in das Gefängniß. Ich gchc, und erwarte Sic,als Richter Und dann dort erwarte ich Sic vor dcmRichter unscr allcr!

Der Prinz (nach einigem Stillschweigen, unter welchem cr denKörper mit Entsctzen und Verzweiflung betrachtet, zu Marinclli) Hier! heb'jh auf. Nun? du bedenkst dich? Elender! (indem erihm dcn Dolch aus der Hand reißt) Nein, dein Blut soll mit diesemBlute sich nicht mischen. Gch, dich auf cwig zu verbergen! Gch! sag' ich. Gott! Gott ! Ist cs, zum Unglückeso mancher, nicht gcnug, daß Fürsten Menschen sind: müssensich auch noch Teufel in ihren Freund verstellen?