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Nathan der Weise,
Der allgemeine Ruf sprach viel zu gut
Von ihm, daß ich nicht lieber glauben wollte,
Als sehn. Doch nun, — wenn anders dem so ist,
Hat er durch Sparung Eures Lebens...
Tempelherr.
Za;
Dem allerdings ist so. Das Leben, dasIch leb', ist sein Geschenk.
Nathan.
Durch das er mirEin doppelt, dreyfach Leben schenkte. DießHat alles zwischen uns verändert; hatMit eins ein Scil mir umgeworfen, dasMich seinem Dienst' auf ewig fesselt. Kaum,Und kaum, kann ich es nun erwarten, wasEr mir zuerst befehlen wird. Ich binBereit zu allem; bin bereit ihm zuGesteh», daß ich es Euertwegen bin.
Tempelherr.Noch hab ich selber ihm nicht danken können:So oft ich auch ihm in den Weg getreten.Der Eindruck, den ich auf ihn machte, kamSo schnell, als schnell er wiederum verschwunden.Wer weiß, ob er sich meiner gar erinnert.Und dennoch muß er, einmal wenigstens,Sich meiner noch erinnern, um mein SchicksalGanz zu entscheiden. Nicht genug, daß ichAuf sei» Geheiß noch bin, mit seinem WillenNoch leb': ich muß nun auch von ihm erwarten,Nach wessen Willen ich zu leben habe.
Nathan.
Nicht anders; um so mehr will ich nicht säumen. —Es fällt vielleicht ein Wort, das mir, auf EuchZu kommen, Anlaß giebt. — Erlaubt, verzeiht —Ich eile — Wenn, wenn aber sehn wir EuchBey uns ?