Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
277
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R.itha» dcr Weise.

Und Menschen angenehm zu machen, wer

Zu dieser Zuversicht ihn trug. Was Wunder,

Daß ihn dcr Mann in Osten darum nie

Vom Finger ließ; und die Verfügung traf,

Auf ewig ihn bey seinem Hause zu

Erhalten? Nehmlich so. Er ließ den Ring

Von seinen Söhnen dem Gclicbtcstcn;

Und setzte fest, daß dieser wiederum

Den Ring von seinen Söhnen dem vermache,

Dcr ihm dcr liebste sey; und stets der Liebste,

Ohn' Anschn der Geburt, in Kraft allein

Des Rings, das Haupt, dcr Fürst dcö Hauses werd

Versteh mich, Sultan .

Saladin .Ich versteh dich. Weiter!Nathan.

So kam nun dieser Ring, von Sohn zu Sohn,Auf einen Vater endlich von drey Söhnen;Die alle drey ihm gleich gehorsam waren,Die alle drey er folglich gleich zu licbcnSich nicht cntbrcchcn konnte. Nur von ZeitZu Zeit schien ihm bald dcr, bald dieser, baldDcr dritte, so wie jeder sich mit ihmAllein befand, und sein crgicfscnd HerzDie andcrn zwey nicht theilten, würdigerDes Ringes; den er denn auch einem jedenDie fromme Schwachheit hatte, zu versprechen.Das ging nun so, so lang es ging. AlleinEs kam zum Sterben, und dcr gute VaterKömmt in Vcrlcgcnhcit. Es schmerzt ihn, zweyVon seinen Söhnen, die sich auf sein WortVerlassen, so zu kranken. Was zu thun?'Er sendet in geheim zu cincm Künstler,Bey dem er, nach dem Muster scincs Ringes,Zwey andere bestellt, und weder KostenNoch Mühe sparen heißt, sie jenem gleich,Vollkommen gleich zu machen. DaS gelingt