Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
295
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Natha» der Weise.

Daja.

Ganz gewiß.

Tempelherr.Sie wüßte nicht,Was sie gcbohren sey? Sie hätt' es mcAon ihm erfahren, daß sie eine ChristinnGebohrcn sey, und keine Jüdinn?

Daja.

Nie!Tempelherr.Er hätt' in diesem Wahne nicht das KindBlos aufcrzogen? ließ das Mädchen nochZn diesem Wahne?

Daja.Leider!

Tempclhe rr.

Nathan Wie?Der weise gute Nathan hätte sichErlaubt, die Stimme der Natur so zuVerfälschen? Die Ergiessung eines HerzensSo zu vcrlcnkcn, die, sich selbst gelassen,Ganz andre Wege nehmen würde? Daja,Ihr habt mir allerdings etwas vertrautVon Wichtigkeit, was Folgen haben kann,Was mich verwirrt, worauf ich gleich nicht weiß,Was mir zu thun. Drum laßt mir Zeit. Drum gehtEr kömmt hier wiederum vorbey. Er möcht'Uns überfallen. Geht!

Daja.

Ich wär' des Todes!Tempelherr.Ich bin ihn itzt zu sprechen ganz und garNicht fähig. Wenn Ihr ihm begegnet, sagtIhm nur, daß wir einander bey dem SultanSchon finden würden.

Daja.Aber laßt Euch ja