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N.Uhan der Wcisc,
Rccha.
Was sie mir eben itzt entdeckt will haben.
Sittah.
Entdeckt? und eben itzt?
Recha.
Nur eben itzt!Wir nahten, auf dem Weg' hierher, uns einemVcrfallnen Ehristcntcmpel. Plötzlich standSie still; schien mit sich selbst zu kämpfen; blickteMit nassen Augen bald gen Himmel, baldAuf mich. Komm, sprach sie endlich, laß uns hierDurch diesen Tempel in die Richte gehn!Sie geht; ich folg' ihr, und mein Auge schweiftMit Graus die wankenden Ruinen durch.Nun steht sie wieder; und ich sehe michAn den vcrsunkncn Stuffcn eines morschenAltars mit ihr. Wie ward mir? als sie daMit hcisscn Thränen, mit gcrungncn Händen,Zu meinen Füssen stürzte...
Sittah.
Gutes Kind!Rccha.
Und bey der Göttlichen, die da wohl sonstSo manch Gebet erhört, so manches WunderVerrichtet habe, mich beschwor; — mit BlickenDes wahren Mitleids mich beschwor, mich meinerDoch zu erbarmen! — Wenigstens, ihr zuVergeben, wenn sie mir entdecken müsse,Was ihre Kirch' aus mich für Anspruch habe.
Sittah.
(Unglückliche! — Es ahndtc mir!)
Recha.
Ich ft>)
Aus christlichem Geblütc; sey getauft;
Sey Nathans Tochter nicht; er nicht mein Vater!