Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
354
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Nathan dcr Wcisc^

Nathan.

Sultan !...

Saladin .Nun steh ich auch z« deinen Diensten...

Nathan.

Sultan !...

Saladin .Die Karavan' ist da. Ich bin so reichNun wieder, als ich lange nicht gewesen.Komm, sag' mir, was du brauchst, so recht was GrossesZu unternehmen! Denn auch ihr, auch ihr,Ihr Handelsleute, könnt des baaren GeldesZu viel nie haben!

Nathan.Und warum zuerstVon dieser Kleinigkeit? Ich sehe dortEin Aug' in Thränen, das zu trocknen, mirWeit angelegner ist. (geht auf Rccha zu) Du hast geweint?Was fehlt dir? bist doch meine Tochter noch?

Recha.

Mein Vater!.

Nathan.Wir verstehen uns. Genug!Sey heiter! Sey gefaßt! Wenn sonst dein HerzNur dein noch ist! Wenn deinem Herzen sonstNur kein Verlust nicht droht! Dein Vater istDir unvcrloren!

Recha.Keiner, keiner sonst!Tempelherr.Sonst keiner? Nun! so hab' ich mich betrogen.Was man nicht zu verlieren fürchtet, hatMan zu besitzen nie geglaubt, und nieGewünscht. Recht wohl! recht wohl! Das ändert, Nathan,Das ändert alles! Saladin , wir kamenAuf dein Geheiß. Allein, ich hatte dichVerleitet: itzt bemüh dich nur nicht weiter.'