Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
355
Einzelbild herunterladen
 
  

Rathen der Weise.Saladin .

Wie gach nun wieder, junger Mann! Soll allesDir denn entgegen kommen? alles dichErrathen?

Tempelherr.Nun du hörst ja! siehst ja, Sultan!Saladin .

Ey wahrlich! Schlimm gcnng, daß deiner SacheDu nicht gewisser warst!

Tempelherr.So bin ichs nun.Saladin .Wer so auf irgend eine Wohlthat trotzt,Nimmt sie zurück. Was du gerettet, istDeswegen nicht dein Eigenthum. Sonst wär'Der Räuber, den sein Geiz ins Feuer jagt,So gut ein Held, wie du!

(auf Rccha zugehend, um sie dem Tempelherrn zuzuführen)Komm, liebes Mädchen,Komm! Nimms mit ihm nicht so genau. Denn wär'Er anders; wär' er minder warm und stolz:Er hätt' es bleiben lassen, dich zu retten.Du mußt ihm eins fürs andre rechnen. Komm!Beschäm ihn! thu, was ihm zu thun geziemte!Bekenn' ihm deine Liebe! trage dich ihm an!Und wenn er dich verschmäht; dirs jc vergißt,Wie ungleich mehr in diesem Schritte duFür ihn gethan, als cr für dich... Was hatEr denn für dich gethan? Ein wenig sichBcräuchcrn lassen! ist was rechts! so hatEr meines Bruders, meines Assad, nichts!So trägt cr seine Larve, nicht sein Herz.Komm, Liebe...

Sittah.Geh! geh, Liebe, geh! Es istFür deine Dankbarkeit noch immer wenig;Noch immer nichts.

23"