372 Dämon, oder die wahre Freundschaft.
müssen sie diesen Dämon einige Zeit ans den Angcn setzen. Erschrecke»sie über diesen Vorschlag nicht.
Aeanver. Wie versteht ihr das?
K.isetre. Run, ich sehe doch, daß sie mit einem ziemlich uner-schrockne» Gesichte meine Erklärungen verlangen. Befürchten sie nurnichts, ich rathe ihnen keine Verräthcrcy an ihrem Freunde. Wederer wird ihnen, noch sie werden sich selbst dabey was vorzuwerfenhaben. Kurz, gehen sie zu meiner Frau. Thun sie ihr eine aufrich-tige Liebeserklärung. Versichern sie sie, daß sie Dämon nicht mehrliebe. Wenn es seyn muß, nehmen sie noch ein Paar Rothlü-gen dazu, wodurch er ihr desto gehässiger wird. Sie werden sehen,es wird alles gut gehen.
Ä.eander. Wenn sie aber nun darauf beruht, erst abzuwarten,wer am glücklichsten bey dein bewustcn Handel gewesen, so wird michja alles nichts helfen.
Ä.isetre. Huy! ist das der standhafte Freund? So leicht läßter sich bereden? - - - Herr Leander, darauf wird sie wohl schwerlichbestehen. Doch gesetzt, es schadet uns nichts. Wissen sie was? Ichweis, das sie und Herr Dämon einige mal Lust hatten, mit ihrenCapitalen zu tauschen. Sie sind von gleicher Summe. Ich dächte,sie versuchten den Herrn Dämon noch dazu zu bereden. Er weis dochnoch nichts, daß ihr Schiff soll unglücklich gewesen seyn?
L.eander. Nein.
Kriselte- Run, sehen sie, so geht es vollkommen gut an. Versu-chen sie sein Capital zu bekommen, und treten sie ihm das ihrigemit allem Wucher ab. Sie können es leicht thun; und werden auchleicht eine scheinbare Ursache dazu ausfündig machen können. Wie,wenn sie zu ihm sagten? Liebster Dämon, die Freundschaft hat unsgenau genug verbunden. Wie wär es aber, wenn wir auch unsreGlücksgüter dazu anwendeten, daß einer dem andern noch mehr ver-bunden würde? Lassen sie uns derohalben einen Tausch mit den bewu-sien Geldern, die wir in die ostindische Handlung gegeben haben, tref-fen. Haben sich die ihrigen mehr verintcrcssirt, als die meinigcn, sowerde ich ihnen alsdenn einen Theil meines Vermögens zu dankenhaben. Sollten die meinigen mehr gewuchert haben, so werde ich dasVergnügen haben, dasjenige in ihren Händen zu sehen, was dasGluck mir eigentlich beschicden hatte. Und werden wir dadurch nicht