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2 (1838)
Entstehung
Seite
377
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Dämon, oder die wahre Freundschaft. 377

wieder. Ich besorgte immer, ich besorgte, sie würden mir ihn hierentziehen. Und sie hätten Recht dazu gehabt.

-Leander. Wie wenig tränen sie mir doch zn! So? Was könnteich denn für Recht haben, hierinne nicht mit ihnen einig zu seyn?Alle Güter sind ja unter Freunden gemein. Was ich besitze, besitzensie. Und was sie besitzen, darauf glaube ich auch ein kleines Rechtzu haben. Perflucht sey der Eigennutz! wenn ihnen das Unglück auchso sehr zuwider seyn sollte, daß sie alles, alles dabey vcrlöhrcn. Nichtdie Hälfte meines Vermögens, mein ganzes Vermögen wäre allezeit sogut, als das ihrige.

Dämon. Freund, sie machen mich ganz beschämt!

A.eanOer. Was ich sage, würde ich auch thu». Und wenn iches gethan hätte, so würde ich doch nichts mehr gethan haben, alswas die Pflicht eines Freundes verlangt.

Dämon. Aber ich weis nicht, was ich bey mir für eine geheimeUrsache finde, selbst an der Wahrheit dieses Entschlusses zu zweifeln.Könnte mir wohl Lisctte - - - -

-Leander. Und von der hab ich es auch. Doch dahinter wollenwir wohl kommen. Es liegt uns beyden nicht wenig dran. Erlau-ben sie mir, daß ich sie verlasse. Ich will selbst zu ihr gehen, undmich bey unserer Liebsten erkundigen.

Dämon. Aber, Leander, wie wird sich das schicken? Wird sieüber diese Ncugierigkcit nicht empfindlich werden?

AeanScr. Sorgen sie nicht, ich will es schon mit einer Art vor-zubringen wissen - - - -

Dämon. Nun ich verlasse mich auf ihre Gcschicklichkcit. Kom-men sie bald wieder, mir Nachricht zu bringen.

K.eander. - - So komme ich doch unter einem guten Verwändewieder von ihm.

Sechster Auftritt.Dämon-

- - - Entweder ich bin znr Freundschaft ganz ungeschickt, oder Le-ander hat sehr ausschweifende Begriffe davon. -------- Ich

bin unglücklich wenn das erste wahr ist - - - Ja - - die Freundschaft- - - sie ist allerdings das, was uns das Leben erst angenehm ma-chen muß - - - So viel empfinde ich - - - Aber so viel empfinde ich