Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
382
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382 Dämon, oder dle wahre Freundschaft.

an Leandern min ohne Schwierigkeit geben - - an Leandern - - dochLeander ist ja mein Freund - - - die Liebe - - die verdammte Liebe

- - - verdient sie mein Freund nicht eben so wohl, als ich? - - - wasdarf ich viel nach einer Frau fragen, deren Herz ich, wenn ich es jabekommen hätte, bloß meines Geldes wegen bekommen hätte - - Aberdoch - - - sie ist liebenswürdig - - - wie muß ich mit mir selber käm-pfen! - - - Allein Leander - - sollte es wahr seyn, daß er diese fal-sche Nachricht bekommen hätte? - - und er sollte mir es verschwiegenhaben? - - - wie hätte er den Vorschlag annehmen können, den ichihm that - - - ich falle auf ganz besondre Gedanken - - - doch wegdamit - - sie schänden meinen Freund - - -

Neunter Austritt.

Lisette. Dämon.K.isette. So alleine? und so betrübt?

Dämon. Ach Lisettc, meinen Kummer zu erleichtern, muß ichihn dem ersten dem besten erzählen. Ich bin unglücklich gewesen.Mein Schiff ist in einem Sturme untergegangen. Ich habe die ge-wisseste Nachricht. Himmel! und ich verliere zugleich alle Hoffnungvon eurer Frau - - -

A.isette. Was? So ist es an Leanders Unglücke nicht genuggewesen?

Dämon. Wie so, an Leanders? Sein Schiff ist ja glücklichangekommen. Was ist ihm denn für ein Unglück begegnet?

Äusette. Ja. Sein Schiff ist so hübsch eingelaufen, wie dasihre. Er hat mir es ja selber gesagt. 5

Dämon. Er hat es euch selber gesagt? So ist mein Verdachtdoch wohl gegründet - - - Tcm ohngeachtct, Lisettc, könnt ihr mirgewiß glauben, daß es eine bloße Irrung mit seinem Schiffe gewesen

- - aber sollte mein Freund wohl eine kleine Untreue an mir began-gen haben?

Ä.isette. Eine Untreue? Was für eine Untreue? Behüte Gott !Leander ist der getreuste Freund von der Welt. Ha ha ha ha!Dämon. Warum lacht ihr?

-^lsette. Ja das ist gewiß. Auf seine Treue können sie sich minverlassen. Ha ha ha! vr wird ihnen in ihrer Roth redlich bcystchcn.Ha ha ha!