D. Faust. 490
Satan. So laß ihn nur mir über! Das ist gcnng zum Ver-derben. — —
Und nun ist Satan viel zu voll von seinem Entwürfe, als daßer noch den Bericht der übrigen Teufel sollte hören wollen. Er brichtmit der ganzen Versammlung auf; alle sollen ihm zur Ausführung sei-ner großen Absichten bcystehn. Des Erfolgs hält er bey den Hülfs-mitteln, die ihm Macht und List geben, sich völlig versichert. Aberder Engel der Vorsehung, der unsichtbar über den Ruinen geschwebthat, verkündiget uns die Fruchtlosigkeit der Bestrebungen Satans, mitden fcyerlich aber sanft gesprochenen Worten, die aus der Höhe hcrab-schallcn! Ihr sollt nicht siegen!--
So sonderbar, wie der Entwurf dieser erste» Scene, ist der Ent-wurf des ganzen Stücks. Der Jüngling, den Satan zu verführensucht, ist, wie Sie gleich werden errathen haben, Faust: diesen Faustbegrabt der Engel in einen tiefen Schlummer, und erschafft an seinerStelle ein Phantom, womit die Teufel so lauge ihr Spiel treiben,bis es in dem Augenblick, da sie sich seiner völlig versichern wollen,verschwindet. Alles was mit diesem Phantome vorgeht, ist Traumge-sicht für den schlafenden wirklichen Faust: dieser erwacht, da schondie Teufel sich schamvoll und wütend entfernt haben, und dankt derVorsehung für die Warnung, die sie durch einen so lehrreichen Traumihm hat geben wollen. — Er ist jczt fester in Wahrheit und Tugend,als jemals. Von der Art, wie die Teufel den Plan der Verführunganspinnen und fortführen, müssen Sie keine Nachricht von mir erwar-ten: ich weiß nicht, ob mich hier mehr die Erzählung Ihres Brudersoder mehr mein Gedächtniß verläßt; aber wirklich liegt alles, wasmir davon vorschwebt, zu tief im Dunkeln, als daß ich hoffen dürfte,es wieder ans Licht zu ziehen.Ich bin u. f. w. I. I. Engel.
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