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2 (1838)
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Fatime.

F a t i m e.

Ein Trauerspiel.17 6 !).angefangen den 6. Angust.

Personen,

Fatime.

Abdallah.

Mervan.

Erster Auftritt.Mervan. Fatime.N7ervan. (der zn Fatimcn in das Zimmer tritt.) Erwünschte,freudige Nachricht! Hat man sie dir schon hintcrbracht, Fatime?Glückliche Fatime! Dein Abdallah kömmt zurück.Fatime. Ach!

Mervan. Er ist mit Aufgang der Sonne auf der Höhe erschie-nen. Günstige Winde schwellen seine Segel; seine Bcntc treibt vorihm her; und der begrüßende Donner seiner Kartannen wird immervernehmlicher. Noch wenige Augenblicke, Fatime, und du schließestden feurigsten Liebhaber wieder in deine Arme.

Fatime- Ach!

XNervan. Du seufzest? Und diese Thräne! Fatime, du wei-nest? Ich entsetzte mich vergebens. Du weinest; aber du weinestvor Freuden. Deine Freude war immer eine sehr stille, eine melan-cholische Freude.

Fatime- Freude? O nenne mir das nicht, was ich auf ewigentbehren muß.

Mervan. Fatime!

Fatime- Und wäre diese Entbehrung mein ganzes Unglück! Manist noch sehr glücklich, wenn man bloß nicht glücklich ist.

Mervan. Welch eine Sprache! Was ist dir? Was befürchtestdu? Ich Unglücklicher, wenn ich dem Abdallah dich mißvergnügtüberliefere! Ich bin vcrlohren! Er wird deinen llnmuth meinem Be-tragen gegen dich zurechnen. Er wird glauben, daß ich mich dir, inseiner Abwesenheit, als einen Tyrannen, nnd nicht als den gefälligen,freundschaftlichen Aufseher erwiesen, zu dem mich sein vertrauen fähigbielt. Du kennst ihn ja, wie argwöhnisch er ist