Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
501
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Fatime. s01

Fatime. Ist Abdallah so argwöhnisch?

XNervan. Das fragst du noch, Fatime?

Fatime- Sey ohne Sorge, rechtschaffner Mcrvau. Dcmohugc-achtet soll er auf einen solchen Argwohn gegen dich nie gerathen; ichweis schon, wie ich das verhüten inuß. Ich will ihm so viel gutesvon dir crzchlen; ich will deine mir erwiesenen Dienste so rühmen; ichwill dich seiner erkenntlichen Eroßmuth so oft, so innig, so dringend,so feurig empfahlen; ich will es ihm uncudlichmal wicdcrhohlcn, daßkein Vater, kein Bruder gegen mich liebreicher seyn können; daß dudich allen meinen Wünschen günstiger, zuvorkommender erwiesen, alsder innbrünstigste Liebhaber; daß du

Mervan. Um des Himmels willen, Fatime! So hast dumein Verderben geschworen? Womit habe ich das verschuldet? Alsder innbrünstigste Liebhaber! enthalte dich dieses schrecklichen Wortsvon mir! Wenn du auch einen noch so unschuldigen Sinn damit ver-bindest, du weist ja, wie cyfcrsüchtig er ist

Fatime. Ist Abdallah so eyfcrsüchtig?

XNervan. Und auch das fragst du noch, Fatime?

Fatime. Ich fragte beydes, Mcrvan, um mich aus deinem eige-ne» Munde zu entschuldigen. Dieser argwöhnische, dieser cyfersüch-tige Abdallah kommt wieder!

XNervan. Sey nicht ungerecht, Fatime!

Fatime- Und du, sey nicht grausam; und laß mich weinen!

Mervan. Dieser cyfersüchtigc Abdallah ist sonst der redlichsteMann, der großmüthigste Freund

Zweyter Austritt.Fatime. Mervan. Ein Sklave.

Der Sklave- Ich verkündige euch die Ankunft des Abdallah.Jtzt tritt er ans Land!

Fatime. Jtzt schon?

Mervan- Fasse dich, Fatime! Laß einen verrätherischcn Skla-ven nicht so tief in deiner Seele lesen.

Sklave. Das Schrecken des Meeres! Die Geißel der Ungläu-bigen! Er kömmt als Sieger, und drey eroberte Schiffe führen dieReichthümer von ihm verheerter Küsten. Die Männer der Stadt stür-ze» aus dem Thore, und empfange» ih» mit Jauchze». Das sahe ich,uud eilte mich mit dem Anblicke einer noch größer» und reinern