Der Tchlaflnmk.
Philipp R. Ncllnzchii Groschcn, sicbcn Pfcnnigc —S. Richard, Und die kostest du mich baarcs Geld. Waskostest du mich nicht sonst? — Nn, Bruder Unverschämt, habeich ein gutes Gedächtniß oder nicht?
Philipp R- Rabbi Samuel, alles das beweiset für deingutes Gedächtniß gar nichts; denn das waren Schußwundendie dir ein Paar Knochen zersplitterten, und nachdem sie kurirtwaren, einen ewigen Kalender in den wieder verwachsenen Kno-chen zurück liessen; aber ein Kalender ist kein Gedächtniß--
G. Richard. Höre einmal, Lottchcn, hör einmal! Weiseihm doch die Thüre, Lottchcn!
Philipp R. Bemühe Sie sich nicht, Lottchcn; sie ist mirbekannt. Aber, Bruder, alle deine Grobheit soll mich doch diegute Absicht nicht vergessen machen, in der ich herkam. Ichwill dich nur crinncrn, daß heute der sechzehnte September ist.S- Richard. Zst das wahr, Lottchcn? — Nu? und? —Philipp R- Und daß morgcn dcr sicbzchntc ist —S. Richard. Zst das wahr, Lottchcn? — Nu? und? —Philipp R- Was ist auf dcn siebzehnten, Lottchcn? Ichwcttc, Sie mags nicht wissen —
Charlotte. O Herr Onkel, haben Sie sonst nichts? Daranhat sich Ihr Herr Vrudcr schon selbst crinncrt.
S. Richard. Za, daran habe ich mich schon selbst crinncrt
— (sachte zu ihr.) Was mcynt er dcn», Lottchcn?Charlotte. Ebcn das, lieber Onkel —
S> Richard. So? — Schon gut, Bruder, ich danke dirfür deine Mühe, so unnöthig sie auch war. (sachte zu ihr.) Lott-chcn, du wirst mir cs wohl hernach sagcn, was cr mcynt —
Philipp R. Erkenne meine Aufmerksamkeit auf dein Bestes;oder erkenne sie nicht: nur versäume mir morgcn dcn drittenTermin nicht, so wie du den ersten und zweyten versäumethast--
G- Richard. Dcn Termin, Bruder? den dritten Termin?
— Lottchcn? —
Philipp R. Dcn dritten und letzten Termin gegen Bcrthol-dcn. Ich denke, du hast dich schon selbst daran erinnert?S. Richard- O ja, das habe ich. Nicht wahr, Lottchcn?
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