Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
532
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5cr Schlaftrunk.

S. Richard. Undankbarer, gottloser Bruder!

Philipp R- Zankc mit der Natnr, und nicht mit mir.Dn kamst zwanzig Zahrc früher in die Welt, als ich; du mußtzwanzig Zahrc früher wieder heraus.

S- Richard. Ich muß? ich muß? Ich will doch sehn, wermich zwingen soll?

Philipp R- Ha, ha, ha! nun machst du, Bruder, daßich so gar vor deinem Tode über dich lache.

S- Richard. Geschwind, Bruder, sage mir, was du beymir willst, und packe dich alsdcnn wieder deiner Wege.--

Philipp R- Zch kam blos zu deinem Besten. Zch weiß,du bist ein alter vergeßlicher Mann; ich wollte dich an etwaserinnern, woran dich Lottchcn wohl so leicht nicht erinnernmöchte.

S- Richard. O Bruder, ich bin so vergeßlich nicht, alsdu mcynst. Soll ich dir eine Probe von meinem guten Gedächt-niß geben? Komm her, ich will dir es auf den Finger hcrrcch-ncn, wie viel du mir, seit fünfzehn Jahren, gekostet hast.Bey deinem ersten Bankerotte vcrlohr ich drcyzchn tausend, vierhundert, sechs und achtzig Thaler, neunzehn Groschen.

Philipp R. Und sieben Pfennige Das habe ich so oftvon dir hören müssen, daß ich es endlich selbst behalten habe.

S- Richard. Bey deinem zweyten Bankerotte kam ich umsieben tausend, drey hundert, und drey und dreyßig Thaler

Philipp R- Da war der Verlust schon kleiner, wie beydem ersten. Denn du warst um eben so viel klüger, als här-ter geworden

S. Richard. Bey deinem dritten Bankerotte

Philipp R. Verlohrst du fast gar nichts. Eine Post Rhein-weine, für die du in Cölln für mich gut gesagt hattest

S. Richard. Zst das nichts? Die Post betrug achtzehnhundert Thaler. Diese achtzehn hundert, und jene sieben tau-send, drey hundert, und drey und dreyßig, mit den ersten drcy-zchn tausend, vier hundcrt, und sechs und achtzig

Philipp R- Neunzehn Groschen, sieben Pfennige

S. Richard. Betragen zusammen zwcy und zwanzig tau-send, sechs hundcrt, und ncunzchn Thäler