5cr Schlaftrunk.
S. Richard. Undankbarer, gottloser Bruder!
Philipp R- Zankc mit der Natnr, und nicht mit mir.Dn kamst zwanzig Zahrc früher in die Welt, als ich; du mußtzwanzig Zahrc früher wieder heraus. — —
S- Richard. Ich muß? ich muß? Ich will doch sehn, wermich zwingen soll? —
Philipp R- Ha, ha, ha! nun machst du, Bruder, daßich so gar vor deinem Tode über dich lache. —
S- Richard. Geschwind, Bruder, sage mir, was du beymir willst, und packe dich alsdcnn wieder deiner Wege.--
Philipp R- Zch kam blos zu deinem Besten. — Zch weiß,du bist ein alter vergeßlicher Mann; ich wollte dich an etwaserinnern, woran dich Lottchcn wohl so leicht nicht erinnernmöchte. —
S- Richard. O Bruder, ich bin so vergeßlich nicht, alsdu mcynst. Soll ich dir eine Probe von meinem guten Gedächt-niß geben? Komm her, ich will dir es auf den Finger hcrrcch-ncn, wie viel du mir, seit fünfzehn Jahren, gekostet hast. —Bey deinem ersten Bankerotte vcrlohr ich drcyzchn tausend, vierhundert, sechs und achtzig Thaler, neunzehn Groschen. —
Philipp R. Und sieben Pfennige — Das habe ich so oftvon dir hören müssen, daß ich es endlich selbst behalten habe. —
S- Richard. Bey deinem zweyten Bankerotte kam ich umsieben tausend, drey hundert, und drey und dreyßig Thaler —
Philipp R- Da war der Verlust schon kleiner, wie beydem ersten. Denn du warst um eben so viel klüger, als här-ter geworden —
S. Richard. Bey deinem dritten Bankerotte —
Philipp R. Verlohrst du fast gar nichts. Eine Post Rhein-weine, für die du in Cölln für mich gut gesagt hattest —
S. Richard. Zst das nichts? Die Post betrug achtzehnhundert Thaler. Diese achtzehn hundert, und jene sieben tau-send, drey hundert, und drey und dreyßig, mit den ersten drcy-zchn tausend, vier hundcrt, und sechs und achtzig —
Philipp R- Neunzehn Groschen, sieben Pfennige —
S. Richard. Betragen zusammen zwcy und zwanzig tau-send, sechs hundcrt, und ncunzchn Thäler —