Der Schlaftrunk.
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S- Richard. Ich werde es auch wissen; ich auch. — Lott-chen! (die fich mit Karln unterhält) laß dich da nicht zu tief ein! —Berchold. Wie mcynst du das?
S- Richard. Ich sehe schon, es ist weder Freundschaft,noch Treue, noch Glauben mehr in der Welt. Wenn ich kon-dcmnirt werde, noch einmal zu bezahlen, so bin ich ein ruinir-ter Mann; Lottchen ist ein ruinirtcs Mädchen, und ist keineFrau für deinen Sohn. —
BertholO. So mcynst du das? Freund Richard, das gehtzu weit. —
Charlotte. Liebster Onkel —
S. Richard- Laß mich, Lottchen, laß mich —
Rarl Zb- Herr Vater--
Zöerchold. Schweig, Karl! Der Alte denkt mich zu trotze»?Ich kann eben so eigensinnig seyn, als er. — Also, Herr Ri-chard, wenn Sie kondcmnirt werden, ist Lottchen keine Fraufür meinen Sohn? — Recht wohl! Und wenn ich kondcmnirtwerde, ist mein Sohn kein Mann für Lottchen. Das ist dasEnde vom Liede! — Sohn, nimm Abschied —
Rarl Ä>. Liebster Vater —
Charlotte- Liebster Herr Bcrthold —
Dcrrhold. Sohn, du kennst mich! — Lassen Sic mich,Mamsell. — Leben Sic wohl, Herr Richard, (geht ab.)
S. Richard. Was ist dcnn das? — Ze, Freund Bcrthold,Freund Bcrthold! — Haltet ihn doch!
Rar! Z5. Zch folge Ihnen sogleich, liebster Vater.
Sechster Auftritt.Rarl Berthold. Samuel Richard. Cyarlorte. Finette.Finette. Das ist ein Mann!
S. Richard. Was fehlt ihm denn? Warum geht erdenn schon?
Charlotte- Sic haben ihn unwillig gemacht, liebster Onkel.
S. Richard. Wer wird dcnn gleich so empfindlich seyn?Man spricht ja wohl was. — Scyd ohne Sorgcn, Kindcr!Ich will dcn Proceß nicht verlieren, und das übrige wird sichschon geben. — Setzen Sic sich doch nicdcr, Herr Karl. —