Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
538
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Der Schlaftrunk.

so unrecht nicht. (zu Finettc», die ihm die zweyte Tasse reicht.) Dicwie vicltc Tasse ist das, Finettc?Anette- Wieder die erste.

S- Richard. Habe ich dic vorige auch mit Milch getrun-ken? Finettc, laß mich ja nicht zu vicl Kaffee trinken. Duweißt, er ist mir schädlich

Rarl B- Gewiß, Herr Richard, der Kaffee ist überhauptciu sehr unzuträgliches Getränke.

Charlotte. Sagen Sie das auch, Herr Karl?

Rar! V- Ich weiß wohl, daß er seine größte Vertheidigerunter dem schönen Geschlechte hat

Zderchold. Kinder, diese wichtige Frage, ob der Kaffeezuträglich oder unzuträglich ist, macht aus, wenn ihr allein seyd Falls ihr allein euch sonst nichts wichtigcrs zu sagen habt.Ztzt laßt dic Alten mit einander reden. Freund Richard,morgen wird sich vicl zeigen

S- Richard. Morgcn? Za, cs ist wahr, morgen istder dritte Termin. Aber denke nicht, Freund, daß ich den auchversäumen werde.

Zderchold. Gleichwohl wäre cs das Beste

S. Richard- Und ich ließe mich kontumacircn?

Berchold. Nicht anders.

S- Richard. Und ich bezahlte dich noch einmal?

Zderchold. Das wurde sich zeigen. Karl, du weißt, wasich dir gesagt habe.

S. Richard. Nein, nimmermehr, das wird nimmermehrgeschehen.

Berchold. Wenn du die Quittungen, auf die es ankömmt,vorzeigen kannst, so wird cs freylich nicht geschehen.

S. Richard- Was Quittungen? Zch offcrirc mich zumSchwüre.

Zberchold. Du bist ein ehrlicher Mann, aber cm vergeß-licher Mann; man wird dich nicht zum Schwüre lassen.

S. Richard. Nicht zum Schwüre lassen? Also wäre esja so gut als gewiß, daß ich dich noch einmal bezahlen müßte?

Zderchols. Wenn die Gerechtigkeit gesprochen hat, so werdeich wissen, was ich zu thun habe.