Der Schlaftrunk.
chcr Mann muß auch cincn andern ehrliche» Mann mit Pro-cessen verschonen.
Bcrchold. Ich weiß gar nicht, warum die ganze Welt sowider die Processe eingenommen ist. Wollen denn die Advoka-ten nicht auch leben?
S. Richard- Sie wollen wohl, aber-sie müssen darum nicht.
Berthold. Das ist dein Spaß.
S- Richard. Das ist mein völliger Ernst.
Charlotte- (zu Karl») Wo sie nur nicht hitzig gegen ein-ander werden. —
Rarl V. Wir müssen sie auf ein ander Gespräch lenken.— Herr Richard, ich habe in London das Ncrgnügcn gehabt,einen alten Freund von Ihnen kennen zu lernen.
S, Richard. So? — Mein völliger Ernst, Freund Bert-hold! Zch wußte nicht, welchem Dinge ich in der Welt gra-mer wäre, als dem Preccssircn.
Berthold- Und ich habe Zeit meines Lebens gern proccs-sirt. Mein erster Proceß war mit meinem leiblichen Vater.Die besten Freunde können einmal uncins werden, und dieseUneinigkeit auszufcchtcn, ist der friedlichste und gütlichste Weg,der Proceß. So lange man sich nur so streitet, so lange är-gert man sich. Sobald aber die Sache den Advokaten überge-ben ist, müssen sich die Advokaten an unserer Statt ärgern,und wir sind wieder ruhig.
S- Richard. Nein, Freund Bcrthold; ich habe in meinemLeben nur ein einzigcsmal proccssirt, aber das weiß ich dochbesser. Man ärgert sich noch immer, und ärgert sich über dieAdvokaten oben drein. —
Rarl Zd. Dieser Ihr Freund in London sagte mir —
S. Richard. Hörst du? das hat mein Freund in London ihm auch gesagt. —
Rarl Zd. Daß er ehedem in Amsterdam —
S- Richard. Die ganze Börse in Amsterdam denkt so. —
Verthold. Karl, kein Wort mehr von London und Am-sterdam ! Kaum sind die jungen Lassen einmal hingcrochcn, soist ihr drittes Wort: London und Amsterdam .
S. Richard. Nein, nein, laß ihn nur mitreden. Er spricht