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Der Schlaftrunk.
dcr Bcrthold, willkommen! — Ist das dein Sohn? (Karl neigtsich gegen ihn.)
Zöerthold. Das ist cr. Die acht Monate, die er wegge-wesen, haben ihn mir selber unkenntlich gemacht.
Rarl D- Ich wünsche und hoffe, liebster Herr Richard,daß Sie, diese Zeit über, beständig gesund und vergnügt mö-gen gelebt haben.
S. Richard. Ich danke, Herr Karl. Wie alte Leute nunso leben!
Rar! V- Ich bin höchst ungeduldig gewesen, Ihnen meineErgebenheit zu bezeigen. —
Zöerthold. Es ist wirklich sein erster Ausgang.
S. Richard. Bedanke dich, Lottchcn, bedanke dich? —Setzen Sie sich doch, meine Herren — (Sie setze» sich, indeß hatFintttc Kaffee und Backwcrk aufgetragen, und fängt an, davon hcrnmzugcbcn,)
Rarl S- Ich schmeichle mir, liebster Herr Richard, daßmeine Abwesenheit, oder was während derselben etwa vorgefal-len seyn könnte, mich in Ihrer schätzbaren Gewogenheit nichtwird zurückgesetzt haben.
S- Richard. Darinn kann Sie nichts zurücksetzen, Siesind uns noch so lieb, als Sie uns jemals gewesen sind. —Nicht wahr, Lottchcn? — (zu Fincttcn, die ihm eine Tasse Kaffee ge-bracht) Die wie vicltc Tasse ist das, die ich trinke?
Finetre- Die erste.
Verchold. Freund Richard, mein Sohn ist ein seltsamerHeiliger; cr denkt, weil wir in seiner Abwesenheit ein wenig aneinander gerathen sind, weil ich dich habe verklagen müssen —
S. Richard. Ja, lieber Karl, hätten Sie sich das wohljemals träumcn lassen, daß mich Ihr Herr Vater verklagenwürde? —
Rarl B. Es ist ihm leid —
Vcrchold. Mir leid? Was sprichst du da? —
Rar! V. Es ist mir leid, sage ich--
Derchold. Geck, was braucht dir das leid zu seyn? Wirdcr dir darum das Mädchen nicht geben? Er hat sie dir ein-mal versprochen, und ein chrlichcr Mann hält Wort.
S. Richard. Freylich! Aber, Freund Bertholt, ein chrli-