Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
536
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Der Schlaftrunk.

dcr Bcrthold, willkommen! Ist das dein Sohn? (Karl neigtsich gegen ihn.)

Zöerthold. Das ist cr. Die acht Monate, die er wegge-wesen, haben ihn mir selber unkenntlich gemacht.

Rarl D- Ich wünsche und hoffe, liebster Herr Richard,daß Sie, diese Zeit über, beständig gesund und vergnügt mö-gen gelebt haben.

S. Richard. Ich danke, Herr Karl. Wie alte Leute nunso leben!

Rar! V- Ich bin höchst ungeduldig gewesen, Ihnen meineErgebenheit zu bezeigen.

Zöerthold. Es ist wirklich sein erster Ausgang.

S. Richard. Bedanke dich, Lottchcn, bedanke dich?Setzen Sie sich doch, meine Herren (Sie setze» sich, indeß hatFintttc Kaffee und Backwcrk aufgetragen, und fängt an, davon hcrnmzugcbcn,)

Rarl S- Ich schmeichle mir, liebster Herr Richard, daßmeine Abwesenheit, oder was während derselben etwa vorgefal-len seyn könnte, mich in Ihrer schätzbaren Gewogenheit nichtwird zurückgesetzt haben.

S- Richard. Darinn kann Sie nichts zurücksetzen, Siesind uns noch so lieb, als Sie uns jemals gewesen sind.Nicht wahr, Lottchcn? (zu Fincttcn, die ihm eine Tasse Kaffee ge-bracht) Die wie vicltc Tasse ist das, die ich trinke?

Finetre- Die erste.

Verchold. Freund Richard, mein Sohn ist ein seltsamerHeiliger; cr denkt, weil wir in seiner Abwesenheit ein wenig aneinander gerathen sind, weil ich dich habe verklagen müssen

S. Richard. Ja, lieber Karl, hätten Sie sich das wohljemals träumcn lassen, daß mich Ihr Herr Vater verklagenwürde?

Rarl B. Es ist ihm leid

Vcrchold. Mir leid? Was sprichst du da?

Rar! V. Es ist mir leid, sage ich--

Derchold. Geck, was braucht dir das leid zu seyn? Wirdcr dir darum das Mädchen nicht geben? Er hat sie dir ein-mal versprochen, und ein chrlichcr Mann hält Wort.

S. Richard. Freylich! Aber, Freund Bertholt, ein chrli-