Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
546
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Der Schlaftrunk.

scn. Denn ich, ich befinde mich in cincr Ncrfassung Hatdir denn dcin Bruder nichts gesagt? Die Alten haben mit ein-ander so gut als gebrochen; und misrc Hcyrath

Lucinde. Behält ja ihre Richtigkeit, wenn sie beyde denProceß gewinnen.

Charlotte- Beyde! Und wie ist denn das möglich?

Lucinde. Das sieht der Bruder auch nicht.

Charlotte- Nun da! Und du hast kein Mitleiden mit uns?

Aucindc. Kein Mitleiden mit dir? Ist das kein Mitlei-den, wenn ich dich zu zerstreuen suche? Wenn ich mehr tolle,als mir selbst um das Herz ist, um dich von Grillen abzuhal-ten? Sey gutes Muths, Charlotte! Wir kriegen den Manndoch, den wir haben sollen.

Fünfter Auftritt.

(Finette, mit einer Voutcillc Champagner, von dem Hausknecht beglei-tet, der noch einen Korb mit sechs Bvutcillcn herein bringt. Charlotte.

Lucindc.)

Finette. Bin ich nicht geschwind wieder da? (zu dem Haus-knecht) Setze nur hier nieder! (worauf er stehen bleibt, und sie allenach einander ansieht, und lacht) Nun, was lachst du?

Hausknecht. Eins, zwey, drey! (indem er die Boutrillen imKorbe überzählt) Eins, zwey, drey, vier, fünf, sechs!

Finette. Was willst du damit, Kerl?

-Hausknecht. Sonst heißt es: der Mann einen Vogel. Hierheißt es: jede Jungfer zwey.

Finette. Stockfisch!

Hausknecht. Nu, nu, Fincttchcn, meinetwegen nehme Sieallcinc scchsc auf sich. Gehts doch nicht von dem MeinigemFinette- Wirst du dich packen! (er geht.)

Sechster Austritt.Lucinde. Charlotte. Finette.Lucindc- Mädel, was machst du für Streiche?Finette- Haben Sie doch nur keine Sorge! Für uns ist(indem sie die Boutcille auf den Tisch setzt) das! Und das (auf den Korbzeigend) ist für einen lieben Gast, den wir nicht haben mögen.