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Der Schlaftrunk.
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(zu Charlotten) Denn so schlechterdings, Madcmoiscll, werden wirOnkel Philippen nicht los. —
Charlotte. Wann du ihn auch nur so los wirst. —
Finette- Es klingelt! — Wahrhaftig, er hat die Kram-metsvögel über die Straße gerochen. Geschwind, Madcmoisclls,in das Zimmer! Essen Sie stille; ich will nach Ihnen zuma-chen, lind ihn hier erwarten. —
-L.ucinde. Was habt Zhr denn?
Charlotte. Komm nur geschwind, Lucindc. —
Siebender Auftritt.
Finette, die das Zimmer in der Vertiefung hinter ihnen zumacht; sodannPhilipp Richard.
Finette. Er ist es! —Wenn uns nur der Hausknecht nichtschon verrathen hat. Dem hätte ich vorbeugen sollen. — Herein!
Philipp R. Ha, Finette — Guten Abend, Finette! Woist der Bruder?
Anette. Er ist ausgcfahrcn —
Philipp R, Wo ist Charlotte?
Finette. Die ist ausgegangen.
Philipp R. Sie kommen doch bald wieder?
Finette. Um Bürgcrszcit. Ueber zehn Uhr bleibt aus un-serm Hause niemand.
Philipp R. Hast du mich zum Narren, Finette?
Finette. Wie so?
Philipp R. Der Bruder hat mich zum Abendessen gebeten —
Finette- Sie kennen ja Ihren Bruder! Als er Sie bat,hatte er vergessen, daß heute Kränzchen ist; und als er sich er-innerte, daß heute Kränzchen sey, war es ihm schon wiederentfallen, daß er Sie gebeten habe. Woran er sich zuletzt er-innert, das thut er.
Philipp R, Charlotte war dabey, als er mich bat. Hättemich wenigstens nicht Charlotte erwarten sollen?
Finette. O! das junge Ding ist eben so unbcdachtsam, alsder Alte vergeßlich ist. Sie glauben nicht, Herr Philipp, wasfür Noth ich mit ihnen habe.
Philipp R. Warum sagte denn aber der Schurke von ei-
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