5er Schlaftrunk.
»cm Hausknecht, als cr mir die Thüre aufmachte, ich würderecht gute Gesellschaft finden?
Finerre- Sagte er das? O der Strick! cr hat sich übermich mockirt. Ich! ich bin die rechte gute Gesellschaft für einenMann, wie Herr Philipp Richard! —
Philipp R. Rabcnaaß! wenn du nur sonst wolltest —
Finette. Er. wird freylich wissen, daß ich die einzige indem Hause bin, die es mit Ihnen gut meynt. Sie werdengleich eine Probe davon hören. Es war mir unmöglich, denAlten wegfahren zu lassen, ohne ihm seine unhöfliche Vergeß-lichkeit aufzumutzen. Noch als cr in Wagen stieg, schrie ichihm nach: „Aber der Herr Bruder! Es ist doch nicht erlaubt,„einem Manne, um den sich die Stadt reißt, so zu begegnen!„Ohne Zweifel würde cr, ohne ihre Einladung, zwanzig lustige„Orte gehabt haben, wo cr seinen Abend hätte zubringen„können! —
Philipp R. Die hätte ich auch wirklich gehabt!
Finctte. Etwas hals mein Kniffen. Denn als der Be-diente den Schlag zuwarft rief cr mir cndlich zu: „So schicke„ihm ein Paar Boutcillcn Wein herüber, und laß mich ent-schuldigen. —
Philipp R. So? — Und wo sind die Boutcillcn? —
Finctte. (zeigt ihm dm Korb) Hier, Herr Philipp! — Dassind doch ein Paar? —
Philipp R. Nein, Kind! cin Paar sind wenigstens Zwey;und das ist nur cin Korb — Es wird doch nichts schlechtes seyn?
Finette- Bon unserm besten Burgunder! — Der Haus-knecht soll sie Ihnen gleich herüber tragen, (als ob sie ih» rufe»wollte)
Philipp R. Warte noch cin wenig, Finctte. — Hole cinGlas -
Finette. Wozu?
Philipp R. (indem er cinc Bontcillc aus dem Korb zieht) Feinauf der Stelle gekostet, so weiß man, was man hat. — Holcin Glas? (indem Finctte in die Scene geht, cs ans cincm Wandschrantczn holen) Das Mädcl sagt, sie scy mir gut. Daraus läßt sichwas machen.