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2 (1838)
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Lcr Schlaftrunk.

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Anette- (giebt ihm das Glas) Hier!Philipp R. Noch eins, Fincttt.Finctte. Noch eins? wozu? ^

Philipp R. Es könnte Gift seyn; du mußt also mit ko-sten. Hole noch ein Glas! (indem Fincttc cs holt, stellt cr dieBontcille und das Glas auf den Tisch, und setzt zwey Stühle dabcv.)

Fiiiene. Nun da!

Philipp 2v Gut! Setze dich, Finctte! Laß uns thun,als ob wir zu Hause wären.

Finette. <bev Seite) Himmel! den habe ich nun auf demHalse

Philipp R. (setzt sich, und schenkt ci») Setze dich, Finctte.Was fehlt dir? du thust ja so ängstlich.

Finette. Ah, Herr Philipp, ich wäre des Todes, wennuns jemand so sähe. Was würde er denken? So nntcr vierAugen? Bey der Vontcillc?

Philipp R. Lari Fari! Fari Lari! (indem er ihr das Glasreicht) Nimm, Finctte!

Finctte. Abcr mit der Bedingung, daß es das erste lindletzte seyn muß

Philipp R- Fincttc, auf dcin Wohlseyn!

Finctte. Sie erzeigen mir zu viel Ehre. Auf das Ihrige,Herr Richard! (sie trinken.)

Philipp R- Und du trinkst nicht aus?

Finette. Aus? was denken Sie von mir? Es wäre inmeinem Leben das erste Glas, das ich auf einmal austränkc

Philipp R- Ich müßte es lügen, wenn ich das von mirsagte, (schenkt sich wieder ein) Fincttc, der Alte soll leben! (nach-dem er getrunken) A propos, Fincttc! wic lange denkst du wohl,daß er noch leben wird? Gott weiß, wenn ich nicht ein sogutcS Herz hätte, die Zeit würde mir schon verdammt lang ge-worden seyn.

Finette- O das glaube ich

Philipp R Da sind wir nun ihrer drey, ich, du undCharlotte, die wir auf seinen Tod lauern. Ist es wohl erlaubt,daß einer ihrer drey so lange aufziehen darf^ <Mnkt sich wieder