befehligte undFleurus ebenfalls erstürmte am 26.Juni1794 wo aber Oesterreichs Waffenglück sich den-noch wandte und seine Statthalterschaft der Niederlande sich endete als Fcldzeugmeister zur Armee des Ober-rheins berufen wurde, von wo er sich geschwächterGesundheit halber nach Wien zurückzog und sich imJahre 1795 strategischen Studien hingab. Im Jahre1796 trat Erzherzog Carl als commandirender Generalund bekleidet mit dem Range eines Reichsseldmarschaüsaufs neue an die Spitze der österreichischen Armee,kündigte am 2l. Mai den bestandenen Waffenstillstandauf und bezeichnete in seinem Aufruf an die Truppenmit einer zu allen Zeiten gültigen Signatur des Auf-ruhrs das ganze Wesen der rebellischen Franzosen alsdas eines Volkes, «das alle Bande der Gesellschaft mitFüßen tritt, alle Begriffe und alles Besitzthum zerstörtund ohne Treue, ohne Glauben, ohne Pflicht und ohneGewissen die ganze Menschheit in ihr Verderben reißenwill». Durch weise Taktik wie durch offene Schlachtendrängte Carl die in Deutschland schon bis in dessenInneres vorgedrungenen Franzosenhccre über den Rhein zurück, zog dann gegen den siegreichen Vonaparte nachItalien , der ihm an Hcereskräften überlegen war undihn einen «Feldherrn ohne Heer» nannte, gegen dener nun kämpfen solle, nachdem er bisher gegen «Heereohne Feldherrn» gekämpft. Das Glück der Waffenwar gegen den Erzherzog, der sich mit todtverachtcndemHeldcnmuthc persönlich den größten Gefahren aussetzte,und mit Noth der Gefangennehmung entging. Erstein Waffenstillstand und dann der Friede von CampoFormio zwischen Oesterreich und Frankreich endigten imOctober 1797 diesen Feldzug. Jetzt wurde ErzherzogCarl von seinem Bruder, dem Kaiser, zum Gencral-Capitain und Gouverneur des Königreichs Böhmen ernannt; er wählte Prag zu seiner Residenz, doch schon1799 rief ihn zu einem neuen Feldzng, deir er selbstmit kundiger Feder geschildert hat. Die siegreichenSchlachten von Ostcrach und Stockach mehrten Carl'sHeldcnruhm; der Feldherr rückte jetzt in die Schweiz ein, schlug Massena, entsetzte Zürich. Um ganz Deutsch-land gegen die Franzosen zu rüsten, faßte ErzherzogCarl zuerst den großen Gedanken einer allgemeinenVolksbewaffnung; leider wurde derselbe nur vereinzeltdurchgeführt und das deutsche Vaterland noch eine langeReihe von Jahren der Knechtung durch das über-müthige Franzoscnvolk Preis gegeben. Im Jahre 1800begab sich Carl, abermals durch Rücksichten auf Wieder-herstellung seiner Gesundheit genöthigt, den Oberbefehlüber die österreichische Armee abzugeben, wieder nachBöhmen , schmerzlich vermißt von dem Heere, und be-reitete dort nöthig erscheinende Vcrtheidigungsmaßregelnvor, bildete auch ohne Verzug eine 25,000 Mann starkeLandwehr.

Der erneute Krieg und das wachsende Unglück des

Vaterlandes riefen den Erzherzog im December 1800wieder an die Spitze eines fast aufgelösten leidendenHeeres, mit dem sich keine Schlachten liefern ließen;nur einen abermaligen Waffenstillstand konnte Carlbewirken, dem 1801 der Friede von Luneville folgte.Jetzt wurde der Erzherzog österreichischer Feldmarschallund Präsident des Hofkriegsraths; er rüstete ein neuesHeer, erkrankte abermals sehr bedeutend, doch wurdesein theures Leben dem Vaterlanve erhalten, und alsim Jahre 1805 ein Bündniß europäischer Mächte gegenFrankreich zu Stande kam, trat Oesterreich diesem beiund sein größter Feldherr wurde in dem Feldzuge inItalien commandirender General, 1806 aber Genera-lissimus des österreichischen Heeres und Kriegsminister.Der Erzherzog that in dieser Stellung wiederholt alles,was nur in seinen Kräften stand, die Armee wiedergeistig und materiell zu heben. Während ihm dieß innicht geringem Grade gelang, riefen drei spanische Pro-vinzen den edlen Sproß des Habsburger Stammeszum König von Spanien und Indien aus und sandteneine Fregatte, ihn von Trieft aus nach Cadir in seinneues Reich zu führen. Aber voll hochherziger Treuegegen sein Vaterland, wie voll hoher Einsicht schlug erdie dargebotene Krone aus. Wie das Heldengestirnder Dioskuren standen nun die erzhcrzoglichen BrüdcrCarl und Johann an der Spitze der Leitung des öster-reichischen Kriegswesens, und bald war dasselbe wiederneu geordnet und gekräftigt, und es wurden große undwichtige Schlachten mit Begeisterung unter der FührungErzherzog Carl's geschlagen. Dennoch waren die Tagevon Abensberg, Landshut, Eckmühl und Regensburg nicht glücklich für die Waffen Oesterreichs; Napoleon drang gegen Wien vor und nahm die Kaiserstadt sieg-reich ein, bald darauf zeichnete die Geschichte Insel Lobauund Aspern in ihre ewigen Annalen, Erzherzog Carl errang einen glänzenden, unvergeßlichen Sieg, Carlwurde Oesterreichs Retter. Der glorreiche Sieg wurdeverfolgt, in der Schlacht von Wagram aber wurde Carldurch einen Streifschuß verwundet, ohne der Wundesonderlich zu achten. Muthvoll wurde der heftig ent-brannte Kampf fortgesetzt und ging leider für Oester-reich verloren; die Armee mußte sich zurückziehen. DerWaffenstillstand von Znaim endete das blutige Morden,und am 51. Juli 1809 gab Erzherzog Carl zu Littauden Oberbefehl in die Hände seines Bruders, desKaisers, zurück. Er trat den Schauplätzen des Kriegesfern, vermählte sich 1815 mit Prinzessin Henriettevon Nassau-Weilburg , lebte den Wissenschaften in glück-licher Häuslichkeit, schrieb treffliche militärische Werke,schützte und förderte die schönen Künste. Er feiertenoch würdige Jubelfeste, sah sich allgeehrt und all-gclicbt, und starb an den Folgen einer Erkältung, sanftund gefaßt, im 76. Lebensjahre, aufrichtig betrauertund unvergänglichen Ruhmes sicher.