«Geschichte des Studiums der Etymologie», «über denalteu Kirchcngesang des voum», die «Ostooliosistlioolisoa des Wcißenburger Mönchs» u. a.; auch inder Poesie versuchte sich Eecard und gab, was er inderselben zu leisten vermocht, später unter dem Titel:«Poetische Ncbcnstudieu» heraus. Als 1716 v. Leib-»itz's Tod erfolgt war, wurde niemand so würdigerachtet, dessen Stelle als kurfürstlicher Bibliothekar zuersetzen, wie Eecard. Er trat 1717 dieses neue Amtan, wurde zum Hofrath ernannt, schrieb das großeHauptwerk «Lorprw lüstorioum meckii aovi«, das 1723zu Leipzig in 2 Folianten erschien, und wurde vomKaiser Karl Vl. in den Adelstand erhoben, und zwarin Folge seines Werkes: «Originss Xuslriaoss». Ehrenund Ehrenstcllen genug für den bedeutenden Mann, deraber nicht, wie sein großer Vorgänger, vermögend warund zusetzen konnte, sondern mit dem kärglichen Ein-kommen nicht ausreichte. Mitten im Glänze des Adels,der Titel und Würden und bei aller Anerkennung ließman ihn ruhig verarmen und gab ihn den drängenvenMahnungen seiner Gläubiger Preis. Diesen sich zuentziehen, wanderte v. Eckhart zu Fuße und heimlichaus den Mauern Hannovers und hinterließ einen rüh-renden Brief an das Ministerium, in dem er offenseine Lage aussprach, schilderte, wie er selbst bei demkärglichen Gehalt seiner Frau Vermögen habe zusetzenmüssen, und darlegte, daß der Lohn all seiner sauernArbeit Schande und Mangel sei. — Der arme Flücht-ling, der Frau und Kinder und eine 80jährige Mutterim tiefsten Elend zurückließ, fand eine Zeitlang einAsyl im Kloster Corvey. Die beschauliche Stille diesesberühmten Klosters, dessen reiche literarische Schätze,deren Benutzung freigestellt war, vielleicht auch Zuredenmochten wohl einen Entschluß in v. Eckhart wecken,dessen Ausführung zugleich auch ohne Zweifel eine Ver-besserung seiner zerrütteten Vcrmögensverhältnisse her-beizuführen verhieß. So erfolgte denn diese Aus-führung entweder noch in Corvey oder in Köln, wohinv. Eckhart von Corvey aus empfohlen ward. Er trat1723 zur römischen Kirche über und fand in ihr dieRettung vor gänzlichem Verfall; er lebte, mit gutenMitteln unterstützt, geistig gehoben und hoch angesehenohne ein besonderes Amt in Köln, galt als einer dergelehrtesten Männer seiner Zeit, dessen cinstchtvollcr
Rath selbst von Fürsten nicht selten erbeten wurde, jasogar Papst Juuoccnz XII. vernahm von dem hoch-gelehrten deutschen Konvertiten und ließ ihm Beweiseseiner Achtung zugehe». Wunderbar erhebend war dieWendung des Geschickes dieses so gelehrten und tüch-tigen Mannes, dessen reiches Wissen in den Gebietender Geschichte und Sprache auch die Naturgeschichte mitumfaßte und dessen ungeheurer Fleiß anerkannt gründ-liche Werke schuf. Er wurde an mehrere geistlicheHöfe, selbst nach Wien und Mailand, wie nach Rom verlangt, gab aber dem Rufe des geistvollen Fürst-bischofs von Würzburg, Johann Philipp von Schön-born, den Vorzug, der v. Eckhart zu seinem wirklichenHofrath, wie zum Universitätsbibliothckar ernannte, undso begann für v. Eckhart ein neues Leben und eineerwünschte Wirksamkeit in der fränkischen Metropolis.Er stieg bis zum Geheimrath, wirkte segensreich für dieUniversität zu Würzburg, ordnete das reiche Dom-archiv und wurde der beste, gründlichste Geschichtschreiberdes östlichen Frankenlandcs durch seine Lommentarii cisrolius llraneias oriontalis et oju8czus cluoatus ozüs-oopalus Wirrellui-Aensis, die zu Würzburg 1720 und1731 in 2 Foliobändcn erschienen, v. Eckhart ar-beitete auch eine Geschichte der Stadt Würzburg ausund begann ein Werk über die Denkmäler des altenDeutschlands, welches aber nie im Druck erschien, dader Tod dessen gründlichen .Urheber noch vor derVollendung überraschte, sodaß er nicht einmal das Er-scheinen des 2. Theils seines ostfränkischen Gcschichts-werkcs erlebte. Die Handschriften sind indeß noch vor-handen und im Besitz der Universitätsbibliothek zuWürzburg. Außer den angeführten wichtigsten Schriftenv. Eckhart's schrieb derselbe auch noch eine ziemlicheAnzahl kleinere. Er lebte, vom Fürstbischof hochge-schätzt, mit seiner Frau und zwei Söhnen in stillemSchaffen glücklich, entdeckte Marmorbrüche bei Würz-burg und im Spessartwalde Achate, und deckte diewunderliche Selbsttäuschung des Professor Behringer zuWürzburg auf, der künstlich geschnitzte und heimlichvergrabene Thier- und andere Gebilde aus einem weichenStein für Versteinerungen hielt, die er in einem eigenenWerk in Folio beschrieb und in Kupfer gestochen zuTage brachte, v. Eckhart brachte sein Leben nur auf35 Jahre und endete an der Wassersucht.