eine ganze Kette fernerer Kämpfe, die sich auch biszum Ende der -Herrschaft Ferdinands hinzog.
Im Jahre 157,1 wurde Ferdinand römischer König,und sah sich veranlaßt, gegen seine Böhmen dasSchwert zu ziehen, denen er die päpstliche Bewilligungdes Kelches beim Abendmahl erwirkt, die sich aberweigerten, gegen den schmalkald'schen Bund zu Feldezu ziehen. Ferdinand selbst folgte später dem Bruderin dem Zuge, der mit der Schlacht bei Mühlbcrg undder Gefangennehmung beider Häupter des Bundesendete. Prag wurde empfindlich bestraft und seineralten Freiheiten beraubt, die es schwer und nur all-mählich wieder erlangte.
Ueber Ferdinand's Gesinnungen gegen die Pro-testanten ist keine volle Klarheit in der Geschichte; sieschwankten je nach Zeit und Umständen. Er war ihnenhülfrcich und verfolgte sie, wie es kam; in jüngerenJahren offenbarte er Strenge und neigte sich späterzur Milde; ihm dankte die protestantische Kirche 1552durch den Pafsauer Vertrag und 1555 durch denNeligionsfriedcn endlich einen gesetzlichen und festenHalt im deutschen Reiche; Böhmen aber belästigte erim Jahre 1552 mit Einführung der Jesuiten , und inden eigenen Erblanden wurden die zahlreichen pro-testantischen Gemeinden, die sich bereits in Böhme», inUngarn, wie in Oesterreich , Tyrol, Steiermark n. s. w.gebildet, Verfolgungen und Unterdrückungen ausgesetzt,die kein Ende gewannen. Oeffentliche Uebung desprotestantischen Gottesdienstes wurde streng untersagt,und die evangelisch-lutherische Kirche blieb in den Staatendes Kaisers eine ocLiosia pressn.
Der 1-4. März 1558 gab Ferdinand die deutscheKaiserkrone, nachdem sein Bruder Carl sie freiwilligniedergelegt hatte; die protestantischen Neichsstände warennicht gegen ihn, wohl aber der Papst Paul IV. , indeß
war durch die Reformation das Ansehen des Papstesin ganz Deutschland so erschüttert, daß es ganz aussich als auf einer gleichgültigen Sache beruhte, ob derPapst den Kaiser salben und krönen wollte, oder nicht.
Schwerer als die eigene Krönung zum Kaiser hieltcS Ferdinand I. , seinen ältesten Sohn, den nachmaligenKaiser Marimilian II. zur römischen Königskrone zuverhelfen, denn obschon Ferdinand versucht hatte, theilsdurch das zu Worms 1557 veranstaltete Neligions-gespräch, theils durch den Reichstag zu Augsburg ,1559 die getrennten Glaubcnsparteien zu einigen, woer auch den Religionssrieden neu bestätigte und eineneue ReichShofrathsordnung erließ, auch das Münz-Wesen verbesserte -— so stieß er doch r>ie evangelischePartei dadurch von sich ab, daß er auf Annahme destridentincr Concils ihrerseits drang, welche durchausverweigert wurde. Gleichwohl gab der Kaiser sichMühe, vom Papst Pins IV. für die Bewohner seinerLande die Genehmigung zu erhalten, das Abendmahlin doppelter Gestalt empfangen zu dürfen, was ihmauch gelang, aber die von Ferdinand I. ebenfalls er-betene Aufhebung des Cölibats und Wiedereinführungder Priesterehe konnte er um keinen Preis erwirken.
Durch Ferdinand I. wurde der Stamm des HausesOesterreich fortgepflanzt; er hatte vier Söhne, dereneine», und zwar den dritten Namens Johann, er über-lebte, und 11 Töchter. Der älteste Sohn Marimi-lian II. folgte dem Vater nach und nach in allenWürden; mit Freuden sah Ferdinand I. ihn noch zumrömischen König krönen, und starb im keineswegs hohenAlter und mit keineswegs hohem Ruhme, da er seineschönen und glänzenden Eigenschaften durch unschöneund nicht glänzende stets zu verdunkeln bemüht ge-wesen war.