zum Kriege gegen Venedig 170,000 Dukaten vor, underhielt dafür zum Unterpfand die Grafschaften Kirch-berg und Mauerstätten, die Frciherrschaften Weißen-horn , Pfaffenhofcn und Walenstättcn, 1509 die Herr-schaft Schmächen und 1514 Bibcrbach, Da der Kaiseralle diese Pfänder nicht einlösen konnte, so erkaufte sieJacob Fugger als Eigenthum. In Antwerpen grün-dete er eine Comanditc und über das Weltmeer schlangsein Haus die Fäden der wichtigsten kaufmännischenVerbindungen. Kaiser Maximilian ernannte Jacob zuseinem Rath, verlieh ihm und seinen beiden Brüdernund allen Nachkommen ihres Geschlechtes den Rcichs-erbadcl und gab ihnen zwei Lilien zum Wappen; derPapst Leo X. ernannte Jacob Fugger zum llguss mi-ratus und zum llomos 8otl. palatii llateransusis. JacobFugger wurde der Begründer jener großartigen Wohl-thätigkeitsanstalt, welche den Namen der Fuggerciführt und in einer Vorstadt von 106 Häusern inner-halb der Mauern Augsburgs der redlichen und un-verschuldeten Armuth Asyle bietet, jeder kleinen Familieeine gesunve einfache Wohnung um den jährlichenMiethpreis von — zwei Gulden rheinisch.
Jacob Fugger überlebte seine beiden älteren Brüdcr,nahm sich redlich der Kinder derselben an, während erselbst kinderlos blieb, und stand noch lange Jahre ander Spitze seiner weitverzweigten Geschäfte. An denpolitischen und kirchlich reformatorischen Bewegungen inDeutschland konnte Fugger keine Freude haben, dennsie frommten ihm nicht, sie hemmten den Verkehr,indem sie Kämpfe weckten und mit Kriegen drohten.Auch war er schon zu alt, um unbefangen und freivon Selbstsucht, trotz seines bicderherzigen und wohl-thätigen Charakters die Neuerungen begrüßen zu können,welche die Zeit gebar. Um so mehr schmerzte es ihn,zu erleben, daß sein eigener Neffe Ulrich sich in einigeVerbindungen mit den Bauern in der windischcn Markeinließ und die Aufwiegler unterstützte. Gleichwohlwar Fuggcr eng befreundet mit vielen Männern hellenGeistes, mit Pirkheimer und Peutinger, Celtes undStabius; das konnte den Kaufmann aber nicht ab-halten, dem Papst selbst, wie auch deutschen Kirchen-fürstcn Geld darzuleihen und sich Anweisungen auf denErlös durch den Ablaßhandel ausstellen zu lassen. Nachdem Tode seines Freundes und Gönners, KaiserMaximilian I., den der alternde Fngger sehr schmerzlichempfand, blieben Fugger und sein Geld sogar nichtohne Einfluß auf die Wahl von dem Nachfolger desersteren, Carl's V. Dieser wußte den alten Fuggcr und
dessen Geschäftshaus zu schätzen und zu würdigen. Alsman ihm auf seiner Reise von Spanien nach Deutsch-land den königlichen Schatz in Paris zeigte, soll er dieAeußerung hingeworfen haben: «Zu Augsburg inDeutschland wohnt ein Leinweber, der diesen ganzenSchatz mit baarem Golde aufwiegelt kann». — Nichtohne manche Prüfung des Schicksals schloß sich JacobFuggcr's Leben ab; der feurige, geistig reich begabteNeffe Ulrich fand in seinem 55. Jahre den Tod, dessenBruder Hicronymus hatte nicht dessen Kraft und Geist.Im Lande Tyrol sah das Volk mit mißtrauischen Augenden wachsenden Reichthum des Hauses Fugger, denletzteres zum großen Theil unmittelbar mit aus demSchoße dieses Landes gewann, und das herrliche SchloßFuggerau nahe bei Innsbruck blieb nicht unbedroht;auch auf den Fngger'schen Herrschaften in Schwaben war die bäurische Empörung ausgebrochen und haustemit sengen, brennen, morden und plündern, bis dertapfre Georg, Erbtruchseß von Waldburg, die Bauern-haufen zu Paaren trieb. Dem alten Jacob Fugger gefiel es nicht mehr auf der Welt; er bestellte seinHaus und starb, nachdem seine religiöse Ueberzeugungsich dem Evangelium noch zugewendet hatte. In dervon ihm mit einem Aufwande von 500,000 Guldenerbauten Kapelle an der Karmeliterkirche wurde er bei-gesetzt, und diese Kirche war die erste in Augsburg, in welcher protestantischer Gottesdienst gehalten wurde.
Von Geschlecht zu Geschlecht blühten die Fuggcrmit wachsendem Reichthum, mit Ehren und immerneuem Glänze. In ihrem Hause wohnte Kaiser Carl V.1550 beim Reichstag, und erhob die Söhne Georgs,des Bruders Jacobs, Raimund und Anton in denReichsgrafenstand. Später theilte sich das edle Ge-schlecht in mehrere Linien. Im Jahre 1805 wurdendie Fngger in den Fürstenstand erhoben, 1806 wurdensie mediatisirt. Der Flächengehalt ihrer zerstreuten Be-sitzungen umfaßt mehr Land und Einwohner, alsmanches andere deutsche Fürstenthum.
Man findet Jacob Fugger's d. j. Bildniß auf einergleichzeitigen einseitigen Medaille, nach links gekehrt, ineiner Schaube und das Haupt von einer Pelzmützebedeckt; die Umschrift ist: I.4LOL llVEEIl Oll lllllllk.Sie müßte aber eigentlich lauten der mittlere, denndas Bild stellt nicht den Vater, sondern den Sohn dar,wie der Vergleich mit vorhandenen Bildern lehrt, undder Stcmpelschneider setzte nur deshalb der ältere, weilJohann Jacob Fugger, der Sohn Raimund Fugger's, damals ebenfalls schon lebte.