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war der Eifer zu rühmen, wv mit den durch die Sturmflut vou1825 geschädigten Küstengebieten Hilfe gebracht wurde, und der,wenn auch wohl durch Rücksichten auf England geleitete, freieBlick, mit dem Graf Münster 1827 ohne kleinliche Rivalität Bremen das Gelände überließ, worauf die durch Versaudung der Weser iuihrem Handel bedrohte Stadt Hafen und Stadt Bremerhaven gründen kounte.
Schwerer ist dagegen die Zollpolitik zu rechtfertigen, die am24. September 1828 zum Abschluß des Mitteldeutscheil Handels-vereius zwischeu Sachsen, Hannover, Kurhessen, Nassau, Bremen und Frankfurt führte. Man darf sie gewiß uicht au dem Maß-stabe messen, daß alles zu verurteileil fei, was die Entwickelungdes preußifch-deutschen Zollvereins hinderte. Wenu einige schondamals die segensreiche, oft an das Wunderbare grenzende Wirkungdieser auf gesunden Grundlagen geschaffenen Zolleinigung erkannten,ganz zu schweigen von dem Seherblick eines Motz, der auch diepolitischen Folgen voraussah, so ist doch iu solchen Fragen immereine Fülle entgegengesetzter Urteile möglich. ES ringen Erfahrungenund Befürchtungen miteinander, die sich nicht rein gegeueiuandernbwägeu lassen, wie das noch heute jede Verhandlung über Handels-verträge oder Kanal- und Eisenbahnanlagen lehrt. Aber einmalhaben politische Erwägungen, und zwar vielfach unklare und klein-liche, in Hessen anch geradezu schmutzige, sodann englische Handels-interessen ungehörigen Einfluß auf diese mittclstaatliche Oppositiongegen den preußischen Zollverein geübt. Die wirtschaftlichen Be-dürfnisse der vertragschließenden Staaten sind nicht allein, sindnicht einmal vorwiegend entscheidend gewesen. Ganz abgesehendavon, ob man einer Regierung, wie es die hannöversche, diesächsische und nun gar die kurhessische damals waren, eine sorg-fältige Kenntnis und weiter eine unbefangene Erwägung der wirt-schaftlichen Lage und Bedürfnisse des Landes zutrauen kann. Manrühmt zwar das Geschick des hannöverschen Unterhändlers, der Be-weis aber für die Richtigkeit und Sachlichkeit der Erwägnilgen, diezum Abschluß sührten, ist bisher nicht erbracht worden und wirdschwerlich zu erbringen sein. Wie die Sache steht, muß man doch
annehmen, daß der größte Erfolg, den der Verein haben konnte, in
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