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Das Geld / Von Karl Helfferich
Entstehung
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I. Kapitel. Die Entstehung des Geldes. § 3.

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setzun» des persönlichen Eigentums beruht, so hat andrerseits zweifellosbei den meisten Völkern die Eigentumsbildivng gerade durch eine be-stimmte Art des Tauschhandels eine Förderung erfahren, nämlich durchden Tauschhandel mit fremden, bereits weiter vorgeschrittenen Völker-schaften. Der Anreiz zum Tausche ist um so stärker, je verschieden-artiger die im Besitze verschiedener Personen befindlichen Güter sind;denn der Sinn des Tausches ist ja, daß man etwas anderes bekommenwill an Stelle dessen, was man hat. Innerhalb derselben Gruppe unddesselben Stammes, die auf primitiver Stufe eine große Einförmigkeitund Gleichartigkeit der Güterherstellung aufweisen, ist deshalb derAnreiz zum Tausche zunächst nur schwach; anders verhält es sich,wenn fremde Völker in Betracht kommen, die auf Grund anderernatürlicher und technischer Voraussetzungen andersgeartete Güter er-zeugen. So mag der Tausch in die einzelnen Gruppen und Stämmevielfach von außen hineingetragen worden sein, und der Außenhandelmag auf diese Weise vielfach die Priorität vor dem Binnenhandel be-anspruchen. Welch' ein starker Anreiz zum Tauschen liegt für wildeund halbwilde Stämme darin, wenn sie von unternehmungslustigenKaufleuten aus vorgeschrittenen Kulturkreisen aufgesucht und wennihnen alle möglichen verlockenden Gegenstände gezeigt werden, Dinge,welche sie bisher nicht kannten, und deren Herstellung ihnen ausnatürlichen und technischen Gründen unmöglich ist, wie Glasperlen,Baumwollzeuge, Eisenwaren usw. Indem nun die Fremdlinge imAustausche gegen ihre Waren, welche die Begehrlichkeit der Wildenheftig anregen, ganz bestimmte andere Gegenstände verlangen, wieFelle und Pelze im Norden, Elfenbein, Kautschuk, Goldstaub usw.in Afrika , lenken sie die Wilden darauf hin, diese Dinge planmäßigfür den Austausch zu beschaffen. So trägt der Verkehr mit Fremdenwesentlich zur Förderung des Tauschverkehrs bei. und die Waren desAußenhandels, sowohl die Einfuhr- als die Ausfuhrwaren, bilden überalleine der frühesten Kategorien derjenigen Güter, an welchen ein per-sönliches Eigentum besteht. Mithin beruht nicht nur der Tauschauf der Voraussetzung des Eigentums, sondern die Möglichkeit desTausches hat andrerseits zur Ausbildung des Eigentums erheblich bei-getragen.

Der Tausch machte nun verschiedene Vorrichtungen erforderlich,die in einem viel weiteren Umfang a^s vorher dadurch notwendig wurden,daß der Tausch die Herstellung einer Beziehung, einer Gleichungzwischen verschiedenartigen Dingen und verschiedenen Quantitäten vor-aussetzt. Neben dem Zählen der Gegenstände wird jetzt das genaueMessen und Wiegen von Wichtigkeit, vor allem aber das Vergleichendes Wertes der auszutauschenden Güter.

Das Zählen bedurfte keinerlei künstlicher Vorrichtungen. Für