194 Erstes Buch. II. Abschnitt. Die Gestaltung der Edelmetallverhältnisse.
1879 auf 51 >/« d pro Unze Standard; er stieg im Jahre 1880, wohlhauptsächlich infolge der Einstellung der deutschen Silberverkäufe,auf 52 •/« d, erreichte aber damit noch nicht einmal wieder sein Niveauvon 1878; dann ging er langsam zurück bis auf 50 5 /8 und 50 3 /4 d inden Jahren 1883 und 1884, kam also schon damals auf einem tieferenStande an als in irgend einem Jahre während der Durchführung derdeutschen Münzreform. Von 1885 an machte die Silberentwertung, trotzder Fortdauer der amerikanischen Silberankäufe und Silberprägungen,geradezu rapide Fortschritte; der durchschnittliche Silberpreis desJahres 1889 war nur noch 42 u /i6 d, der niedrigste Silberpreis in diesemJahre war 42 d. Die gewaltige Steigerung der amerikanischen Silber-ankäufe durch die Shebman-Bill bewirkte, daß im August 1890 derSilberpreis bis auf 54 5 /s d in die Höhe schnellte. Aber diese speku-lative Preissteigerung brach rasch wieder zusammen; bereits im No-vember 1890 sank der Preis wieder auf 47 Vs d; im Jahre 1891 wurdeder niedrigste Silberpreis mit 43V'2 d, im Jahre 1892 mit 37 7 /s d notiert,und in der ersten Hälfte des Jahres 1893 machte der Preisrückgangnoch weitere Fortschritte. Der Preis stand beträchtlich tiefer als vordem Erlaß der Shbkman-Bill. und seit dem Jahre 1879 hatte dieSilberentwertung, obwohl die internationale Währungsverfassung injener Zeit keine wesentliche Änderung erfahren hatte, sich um etwa25 Prozent verschärft.
§ 3. Die neueste währungspolitische Entwicklung,
Der unaufhaltsam erscheinende Rückgang des Silberpreises hatschließlich, in Verbindung mit einer neuerlichen Steigerung der Gold-produktion im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, eine zweite Reihevon währungspolitischen Maßregeln hervorgerufen, die sich als die Fort-setzung der in den 70 er Jahren eingetretenen Umwälzung darstellen.
Je stärker die Silberentwertung wurde, desto mehr verringertensich die Aussichten auf die angestrebte Rehabilitation des Silbers, destofester wurde in der ganzen Welt die Überzeugung, daß das Silberseine Rolle als ein mit dem Golde gleichberechtigtes Geldmetall gänz-lich ausgespielt habe und daß die Wäbrungsgleichheit mit den wich-tigsten Handelsvölkern nur auf der Grundlage des Goldes zu erreichensei. Der letztere Gesichtspunkt hat selbst asiatische Staaten, wieIndien und Japan , für welche vom Gesichtspunkte des inneren Verkehrsaus das Silber in weit größerem Umfange verwendbar ist als das Gold,in ihrer Währungspolitik ausschlaggebend beeinflußt.
Die schon seit der Mitte der 80 er Jahre wieder in der Zunahmebegriffene Goldproduktion hat von 1890 an einen Umfang angenommen,der alles bisher dagewesene, selbst die kalifornische und australischePeriode, weit hinter sich läßt. Von 415 Millionen Mark im Jahre 1883