Einleitung
Eine Geschichte der Skatologie ist noch nicht geschrie-ben, wird wohl auch nie geschrieben werden. Die wenig-sten trösten sich mit Yespasians Wort: Non olet! Die Mate-rie ist auch nicht dazu angetan, ein jedes Faktum genauzu rubrizieren und auf eine bestimmte Formel zu bringen.Nichts ist ja lächerlicher und langweiliger, als dietrockene Wissenschaftlichkeit auch bei Materien in Anwen-dung zu bringen, die sich ihrer ganzen Natur nach nurdazu eignen, durch eine, ach so verpönte, journalistischeBehandlungsweise auf gefällige Manier Erklärungen un-bekannter Phänomene zu vermitteln, mit anderen Worten,die Skatologie hat nur einen Reiz, wenn durch Plaudernund Erzählen von Anekdotenkram der Leser zu den tie-feren Wurzeln des menschlichen Gefühlslebens geführtwird, wenn er über Zusammenhänge aufgeklärt wird, diefür ihn bisher eine terra incognita oder vielmehr malecognita gewesen sind. Viele Schriftsteller haben das Skalo-logische gehegt und gepflegt, haben es nicht verschmäht,ein übelduftendes Reis aus dem verwilderten und mit Ab-fallprodukten gedüngten Abladeplatz zu pflücken, auf deindie Endergebnisse eines gesegneten Stoffwechsels gelandetsind, um von da aus den Kreislauf des Werdens und Ver-gehens von neuem zu beginnen. Unsere besten Geisteshel-den haben es nicht für zu gering erachtet, mit behaglichemSchmunzeln die Nüstern zu blähen, um wenigstens einenAtemzug dieser köstlichen Stickluft in sich aufzunehmen.An .eine Sammlung der einzelnen Fakta ist man noch nichtgegangen. Diese Lücke klafft, sie klafft entsetzenerregendund harrt der ordnenden Hand. „0 braver Mann, braverMann, zeige dich!" Was ich bringe, sind Bausteine, derensich ein großer Geist bedienen soll, um ein Haus zu zim-
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