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Das skatologische Element in Literatur, Kunst und Volksleben / von Paul Englisch
Entstehung
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Seiteamerweise beruht die Abneigung, die einzelne Na-tionen gegeneinander hegen, lediglich auf dem Geruch.Schon die Herzogin Elisabeth von Orleans klagt ineinem Briefe an eine Freundin:Die Straßen von Fon-tainebleau sind besonders vom Dreck der Schweizer er-füllt, die solche Haufen machen, groß und dick, wieSie, Madame." Gerade der Schweizer dient mehrfachals Zielscheibe des skatologischen Spottes, ob mit Rechtoder nicht, lasse ich dahingestellt. In einer älteren, über-aus seltenen Sammlung von Pikanterien:L'art de deso-piler la rate" 19 , findet sich folgende recht schlagfertigeAntwort eines Soldaten. Dieser verrichtete eben seineNotdurft, als ein Offizier vorbeiging.Ah, welch ein Ge-stank!" rief der Offizier und hielt sich die Nase zu,worauf der Soldat:Wie denn, Herr Offizier, verlangtman etwa, daß ich für fünf Sous per Tag Moschusmachen soll?" Dieser an sich recht netten Anek-dote nahm sich nun die zünftige Literatur an undmachte sogleich einen Schweizer zum Verbreiter derlieblichen Düfte. Und der Poet, dem wirLa Chezono-mie ou l'art de chier"- 0 verdanken, dichtete die Verse:

La merde d'un Suisse exhale force odeur,Qu'on seilt et qu'on respire avant de l'auoir vue,Et le due de erier: Ahl le coquin, qu'il pue!

Der gute Schweizer :

Pour cinq sols que le roi me fait donner pour jour,Vous chierai-je du muse? replique le tambour 21 .

1 9 Sive de modo C . . . . prudenler, en prenant chaque feuillet

pour se T.....le D . . . Enlremele de quelques bonnes choses.

Nouvelle edition, Revue et augmentee par F. A. L. D. C. PremierePartie. AVenise, chez Antonio Pasquinatti. 178873.

20 Poeme didactique en qualre chants par Ch. Remard, nouvelleedition, ä Scoropolis 1873.

21 La Chezonumie, p. 91.

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