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Das skatologische Element in Literatur, Kunst und Volksleben / von Paul Englisch
Entstehung
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(stimmt's nicht?) vieler Winde Bewahrer 188 ." Weitzahlreicher aber sind derartige Scherzfragen bei denFranzosen anzutreffen. In Bousaults LustspielLe Mer-cure galant" wird zum Beispiel dem Publikum bei offe-ner Bühne folgendes Rätsel aufgegeben:

Je suis un invisible corpsQui de bas lieux tire son etre,Et se n'ose faire connaüre,Ni qui je suis, ni d' je sors.Par moi Fun des sens est toucb.6D'unc treu maligne influenae,Et Von rougit de ma naissance,Comme on rougirait d'un Peche.Quand on m'öte la libertePour m'echapper j'use d'adresse,Et deuiens femelle trailresseDe male, que j'aurais ete.

Weber, der uns von dieser Aufführung in Rastatt (XII, 3o2) berichtet, fügt hinzu, daß die Schauspielervor Kichern kaum weiterspielen konnten. Daß es sichbei dieser Art theatralischer Freiheit nicht um einenEinzelfall handelte, bestätigt uns J. F. Castelli 18b . Erberichtet hier von einer Vorstellung im Kreuzertheaterzu Pest im Jabre 1809:Man gab die ins Abscheulicheübersetzte Turandot oder die drei Rätsel, mit dem Bei-satze: wobei Kasperl auch einen tüchtigen ,Ratzen' los-lassen wird."

Von dem oben erwähnten Gedicht gibt es wiederum dreiVarianten, zwei französische und eine deutsche. DieVaterschaft der einen wird dem Abbe Colin zugeschrie-ben. Sie lauten:

18,1 Paul Englisch, Geschichte der erotischen Literatur. Stuttgart, Julius Püttmann, 1927. S. 33.

18b Memoiren meines Lebens. Herausgeg. von Dr. Josef Bindtner.München, Georg Müller, 1913. Bd. I, S. 151.

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