Druckschrift 
Das skatologische Element in Literatur, Kunst und Volksleben / von Paul Englisch
Entstehung
Seite
64
Einzelbild herunterladen
 

als skatologische Gottheit angesehen werden. DerDienst, den man ihm erwies, bestand in der Ver-bindung des Aktes der Defäkation mit geschlechtlichenAusschweifungen 2 , undeinige haben denjenigen inihm zu finden geglaubt, den man unter dem NamenCrepitus anderswo verehrt hat".Peor" soll voneinem Stammwort herkommen, welcheszu Stuhlegehen" bedeutet. Daher wollen denn einige, die Ebräerhätten den moabitischen Gott des Donners, Baal-Roem,aus Spott den Gott der Bauchwinde genannt 3 .Ebenso verehrten die alten Mexikaner in Tlazoltecotloder Ixcuina eine skatologische Gottheit, deren kopro-lagnistischen Ursprung Brasseur de Bourbourg mitfolgenden Worten bezeugt:Tlacollecoil, la deesse del'ordure, ou Tlycolquani, la mangeuse d'ordure, parcequ'elle presidait aux amours et aux phisirs lubriques *."Jedenfalls kann es keinem Zweifel unterliegen, daßes wirklich einen Gott der Bauchwinde gab. Schon vorBourke haben sich andere Gelehrte in langen Abhand-lungen mit dieser Frage befaßt. So erschien 1768eineOratio pro crepilu ventris, habita ad patres crepi-tantes ab Em. Martins Cosmopoli, ex typ. societatispatrum crepitanlium, Paris ", welche Schrift M er derde Compiegne ins Französische übersetzte unter demTitel:Eloge du Pet, disserlation Jiistorique, analo-mique et philosophique sur son origine, son antiquite,ses vertus, sa figure, les honneurs qu'on lui a renduechez les peuples anciens etc. Paris , Favre, an VII."

2 J. A. Dulaure, Des divinites generatrices ou du culte du phalluschez les Anciens et les Modernes. Paris 1885, S. 67 ff.

3 Hederichs mytholog. Lexikon, a. a. 0., S. 4gg.

1 J. G. Bourke, Scalologic Rites of all Nations. Washington 1891,S. 130.

64