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Das skatologische Element in Literatur, Kunst und Volksleben / von Paul Englisch
Entstehung
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Nicht jedermanns Geschmack wird die Glorifikationdes Kotes sein, die sich ein anonymer französischerVerfasser gestattet. In derOde ä la Merde, avec desnotes", par M. de Peressoncu (Pseudonym), Montpellier 1807, läßt er sich, wie folgt, vernehmen:

Gourmands, qui des mets les plus rares

Goütez ä peine les douceurs;

Vous, de Flore amateurs bizarres,

Et vous partisans des senteurs;

Sur vos delicieuses tables,

Dans vos parlerres agreabl.es

Dans vos sultans, dans vos Sachets,

Fut-il jamais rien que n'efface,

Par son Parfüm, son goüt, sa gräce,

Un ambigu d'Etrons lout frais?

Ein gesunder, vernünftiger Mensch nimmt diese fürden Homo sapiens beschämende Tatsache achselzuckendzur Kenntnis. Chacun ä son goüt. Der Geschmack istverschieden, und deshalb hat ein Dichterling ganz recht,wenn er kurz und bündig den Rat gibt:

Mangez donc des etrons,Si vous les trouvez bonsl

Diese Stelle findet sich inLa Foiropedie, almanachdes Chieurs, contenant ce qu'il y a de plus agreable surcette matiere aussi utile que precieuse; etc." s. d.

In deutschen Sprichwörtern wird auch der Kotfressergedacht:

Friß Kot, gib Gold,

So wird dir alle Welt hold.Er ist so geizig, daß er seinen eigenen Dreck frißt.Wenn du mich fressen willst, dann fange hinten an,so hast du den Senf zum besten* 3 .

83 Dr. Kainis, Die Derbheiten im Reden des Volkes. 2. A.. Leipzig, o. J., S. 58.

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