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Das skatologische Element in Literatur, Kunst und Volksleben / von Paul Englisch
Entstehung
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Und keine Pitschka ohne HinterbackenUnd keine Brust ohne WarzenUnd keinen Koitus ohne Farzen^.

Pitschka ist die Bezeichnung für den weiblichen Ge-schlechtsteil.

Für das kleinere von zwei Übeln sagt man: Besser ein Furz

entrannt, als ein Dorf abgebrannt.Eigene Fürze riechen wohl, das heißt: Jeder Narr lobt seine

Kappe.

Wer eigene Fürze hat, braucht keine fremden zu riechen,sagt man, um auszudrücken: Jeder kehre vor seiner Tür.

Um einen anmaßenden Menschen zu kennzeichnen, sagtschon der Lateiner: Ne sulor supra crepitum, und derPole drückt dies mit dem Satze aus: Er stinkt höher alssein kleines Loch. Auch der Franzose kennt diese Redens-art: II ne faut pas peter plus haut que le cul i2 .

Ist eine Angelegenheit gänzlich mißlungen, taugt sie alsonichts, so ist sie keinen Furz wert.

Einem Cholerischen kommt jeder Furz in die Quere.Aus einem verschlossenen Menschen kann man noch weni-ger herausbringen als einen Furz aus einem toten Esel.

7- Der Podex im Sprichwort

Der Podex als Vater des Crepitus beschäftigt fast nochstärker als die von ihm ausgehenden Wirkungen diePhantasie des Volkes. Unzählig sind die an ihn anknüp-fenden Sprichwörter, Vergleiche, Rätselfragen. Überallem aber schwebt der Humor als versöhnendes Ele-ment Treffend sind die Vergleiche, Lebenswahrheitenwerden kurz und schlagend in einige kurze Worte de-stilliert:

41 Bernhard Stern, Medizin, Aberglaube und Geschlechtsleben in

der Türkei, Berlin, Bd. 2, S. 199.

13 Vgl. Bibliotheca scatologica, Nr. 101.

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