Das Bück der Versuchungen
Eine Bildergalerie zum Thema „Sünde" (mit 80 Lichtdruckfafeln)Von Prof. Dr. E. W. Bredt / MünzenAus einer Besprechung: Im vorigen Jahre erschien „Das Buch derVersuchungen" von Prof. Bredt, München , ein Buch, das mir nichtallein als kunstfreundlichem Mediziner, sondern am meisten rein alsMensch einen ganz ungewöhnlichen Eindrudi machte. Mit der Ver-suchung verbindet sich im allgemeinen Sinne ja fast ausnahmslos dieVorstellung des intensiv Weiblichen oder irgendeiner anderen grobsinnlich in die Erscheinung tretenden Szene, wie z. B. Susanna imBade, Adam und Eva, der heilige Antonius. Außerdem aber denktman kaum oder nie daran, dafi noch gar sehr viele andere Dinge —sind oder bergen denn nicht die Wunsche meist auch eine \ersuchung? —als eben nur das Weib gewaltige Versuchung auslösen und einenKünstler zur Darstellung begeistern können. Solche bildliche Dar-stellungen für den fühlenden Leser und denkenden Betrachter aus-gesucht zu haben, darin besteht ein ganz besonderer Wert und Reizund beweist die tiefe Veranlagung des Werkes: wenn bei den Tafeln,gebunden durch den Umstand, dafi ja für den darstellenden Künstlerbei der Versuchung das Weib meist das sinn- und augenfälligste Sym-bol ist, eben das weibliche Element vorherrscht, so ist die Darstellungder anderen Versuchungen um so wirksamer und seelisch ergreifender.Noch nie kam mir so das Wesen der Versuchung innerlich näher alsbei den Tizianischen Zinsgroschen, und wie überzeugend ist die Ver-suchung des Säufers durch einen vollen Krug, wenn die angsterfüllteFrau bekümmert dem Gatten den Trunk, wohl vergebens, vorenthaltenwill. Absichtlich will ich nur zwei Beispiele herausgreifen, der Käuferund der Leser soll selbst suchen und wolle es ihm gehen wie mir.Das Bredtsche Buch hat mir viel, sehr viel gelehrt zu innerlicherÜberlegung, was denn die Versuchung sei, wie sie auftritt und dafjwir ihr allerwärts und in den heimlichsten Formen — das sind ihre
gefahrlichsten — begegnen.Und darum auch mun ich dem Werke einen hohen moralischen Wert,neben dem künstlerischen, zuerkennen. Oft und gerne nahm und neh-me ich das Buch in nachdenklicher Stimmung zur Hand und fandjedesmal darin neue Ansichten zur Beurteilung des Menschlichen, neue
Anregungen und ergehe mich in Selbstprüfung.In dem Leserkreist befinden sich genug, die mit mir gleicher Ge-sinnung sind, und ihnen sei die Bcsdiaffung des Werkes, namentlichals Geschenk, besonders ans Herz gelegt. Es ist kein Buch zum Blät-tern, sondern zum Nachdenken, und bewundernswert ist die vollendeteBeherrschung des ungeheuren Stoffes, aus dem der Autor seine Bilderentnahm . . .
Ausstattung und Wiedergabe der Stiche und Bilder sind vorzüglichund hat der Verlag wirklich grof^c Mühe und Kosten auf die würdigeAusstattung des Werkes verwendet. Ich möchte aus vollem Herzendem Autor und seinem wagemutigen Verleger eine recht weite Ver-breitung und regen Ankauf ihres Werkes wünschen —denn es sei nocheinmal gesagt, es wird wohl kein Käufer das Buch ohne innere,
sagen wir einmal Erweckung aus der Hand legen.Preis in Ganzleinen 5o RM.
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