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Dritte Kriegsanleihe ; Dr. [Karl] Helfferich, Staatssekr. d. Reichsschatzamts, über Deutschlands Finanzen. <Reichstagsrede v. 28.8.1915>
Entstehung
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»m hier Einhalt zu gebieten und die Einsicht wieberüberall zur Geltung zu bringen, da es für die Verwendungdes freien Geldes jetzt eine bessere Bctätignng gibt alsdie Effektenspekulation.

(Sehr wahr! und Heiterkeit.)

Heute gehört alles verfügbare Geld dem Vaterland.Heute sind die Kriegsanleihen das Anlagepapier.

(Bravo !)

Der freie Verkehr an den Börsen hat seine gute Berech-tigung auch in der Kriegszeit, wenn und soweit er mittelbarund unmittelbar dazu dient, diese eine große Aufgabe zuerfüllen. Es spricht für die Einsicht nnd Vaterlandsliebeunseres Bankierstandes, daß der freie Börsenverkehr bishersich im wesentlichen in diesen Schranken gehalten hat, nuddaß die erste Warnung sofort auf volles Verständnis undbereitwilligste Unterstützung gestoßen ist.

Meine Herren, wir wollen jetzt bei der dritten Kriegs-anleihe unsere finanzielle Kraft, die ich Ihnen eben alsSymptom geschildert habe, voll in Bewegung nnd Wirksam-keit setzen. Zn diesem Zwecke haben wir die Organisation,die sich bei den ersten beiden Anleihen so gut bewährthat, noch weiter ausgestaltet. Vor allem werden wirdiesmal sämtliche Postanstalten im ganzeu Deutschen Reichzur Zeichnung mit heranziehen, um so für jedermann diebequemste Gelegenheit znr Zeichnung zu verschaffen. Wirwollen feruer diesmal auch für die kleinen Zeichnungenunter 1000 Mark Teileinzahlnngen gestatten nnd wollendabei bis zu dem Betrag von 100 Mark herabgehcn.

(Sehr gut!)

Wir hoffen ferner, nach einigen sehr interessante!! nudwirksamen Beispielen bei der letzten Kriegsanlcihe dieArbeitgeber dafür zu gewinnen, daß sie ihren Arbeiternund Angestellten durch Vorlagen die Zeichnung von kleinenBeträgen ermöglichen. Für'die großen Zeichner werden