WECHSELNDE STERNE
Greifst du noch einmal in die tönenden Saiten
Zum Ruhme der Frauen und der Mädchen ladender Zier ?
Vernähmest du nicht, mein Sänger, das Tönen der Weiten,
Das, anderer Pflichten zu mahnen, suchte nach dir ?
Du streichst wie im Traume die langen wallenden Haare,
Ein Sehnen entquoll der Harfe in deiner Hand.
Ich sehe: dich greift die Liebe entschwundener Jahre,
Der goldene Schimmer von fernem farbigem Land.
Wohl kennst du die Laute, die hier dich besuchten,
Den Ruf, der einst an deine Ohren wohl drang,
Als sie, noch ferne, in träumenden schilfigen Buchten
Die Pracht ihres lange versunkenen Volkes besang:
Du glaubtest der Stimme vertrauten Laut zu vergessen
Und flohst aus des Südens heiliger schattender Nacht,
Das Herz von den zehrenden Flammen der Liebe zerfressen.
Da plötzlich erklang dir bei rauschender, brausender Pracht
Von ferne die Stimme. Es schwiegen die singenden Saiten,
Im Busen ward vergangenes Sehnen dir wach:
Dich treibt es hinaus in die bläulich verhangenen Weiten,
Der Stimme nach, die liebend einst zu dir sprach.
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