(Hört! hört!). Die Belastung der großen Masie ist natürlichgeringer, trotz der sehr schweren Verbrauchssteuern und trotz derUmsatzsteuer. Der Ausgleich dafür liegt auf der anderen Seite:dafür ist das produktive Vermögen in derIndustrie und der Landwirtschaft weit über dieProzent hinaus besteuert. (Lebhafte Zustimmungrechts.) — Ich möchte behaupten, daß bei einergroßen Anzahl von Betrieben die steuerlicheBelastung über ISO Prozent des Netto-einkommens hinausgeht. (Erneute lebhafte Zustimmungbei den Deutschnationalen. — Zuruf von den Vereinigten Sozial-demokraten: Das sollen Sie beweisen!) - Ich werde meine Redezeitnicht an diesen Beweis verschwenden. Den Beweis konnten Sie,wenn Sie die Dinge mit Aufmerksamkeit verfolgten, sogar in derDenkschrift lesen, die von der Reichsfinanzverwaltung den Sach-verständigen vorgelegt worden ist. (Erneute Zurufe von den Ver-einigten Sozialdemokraten.) — Auf Sachverständnis wird hieroffenbar kein Wert gelegt. (Sehr gut! bei den Deutschnationalen. -Zuruf von den Vereinigten Sozialdemokraten: Wir haben die Denk-schrift auch gelesen.) — Dann werden Sie meine Zahlen bestätigen.(Widerspruch bei den Vereinigten Sozialdcmokraten. — Zuruf vonden Deutschnationalen: Also nicht verstanden!)
Das steuerfreie Durchschnittseinkommen inDeutschland , für das der Reichsfinanzminister gleichfallsZahlen mitgeteilt hat, berechne ich folgendermaßen: für daöletzte Friedens jähr auf 540 Mark pro Kopf undheute aufetwa 225 Mark! Das durchschnittlichesteuerfreie Einkommen ist also auf weniger alsdie Hälfte des F r i e d e n S st a n d e S herunter-gedrückt! (Hört! hört!) — Meine Herren, ich bedauere, daßBerechnungen dieser Art dem Expertenkomitee in der sonst so um-fassenden und gründlich ausgearbeiteten Denkschrift über Deutsch-lands Finanzen, Wirtschaft und Währung nicht vorgelegt wordensind; denn die Höhe des Volkseinkommens ist der entscheidende Faktorder steuerlichen Leistungsfähigkeit eines jeden Landes, der einzige
gedeckt werden. Die prozentuale Steuerbelastung des Volkseinkommens istalso gegenüber der Vorkriegszeit fast auf das Dreifache gestiegen. — Die obengegebenen Zahlen beruhen auf einer neuen Nachprüfung und weichen deshalbvon den im Reichstag genannten etwas ab.
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