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Die Friedensbedingungen : ein Wort an das deutsche Volk / von Karl Helfferich
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die Augen sehen. Das erste Erfordernis der Stunde ist,daß unser deutsches Volk sich nüchtern und sachlichRechenschaft üher das Schicksal gibt, das seine Feindemit ihrenFriedensbedingungen" ihm auferlegen wollen.Wenn es sich nicht erreichen läßt, die Forderungen derFeinde auf ein erträgliches Maß herabzubringen, und dazuist keine Hoffnung, dann muß das deutsche Volk in vollerKenntnis der Lage seine Entscheidung treffen. SeineStimme darf und wird bei den Männern, die heute seineGeschicke lenken, nicht ungehört verhallen. *

Die Presse überschüttet uns mit Einzelheiten. An Un-glaubliches reiht sich Unglaublichere^. Bei jeder neuen Zu-mutung an unsere Ehre, an unsere Lebensmöglichkeitenstockt der Blick und ballt sich die Faust. Und doch ist esnötig, dieses Buch der Hölle als ein Ganzes zu begreifen,um ganz zu erkennen, von welchem Geiste diese Bedin-gungen diktiert sind und zu welchem Ende sie uns führenmüssen.

Ich will deshalb versuchen, aus der verwirrenden Fülleder uns zugedachten Züchtigungen und Knebelungen, Be-raubungen und Todesstreichen das Wesentliche heraus-zuschälen; das, worauf es unseren Gegnern ankommt undworauf es für uns ankommt: das, was jeder Deutsche, Mannoder Frau, der nicht blind und losgelöst von der Volks-gemeinschaft seines Weges tappt, in der schwersten Stundeseines Vaterlandes sehen und wissen muß.

Der Raub an Volk und Land.

Die Grundlage des nationalen Lebens ist das Terri-torium. In schweren Kämpfen durch die Jahrhunderte hin-durch hat das deutsche Volk, in Europas Mitte demslawischen Druck von Osten, der gallischen Eroberungslustvon Westen ausgesetzt, seinen Boden behaupten müssen.Zuletzt hatte der von dem napoleonischen Frankreich leichten Herzens" heraufbeschworene Krieg von 1870 unsdie unter Ludwig XIV. und in der französischen Revolution