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Freilich ist auf die rapide Entwicklung der Wer Jahre in Verbindung mitdem Umschlag der Konjunktur in den westeuropäischen Ländern und mit der ungünstigenGestaltung des Geldmarktes ein heftiger Rückschlag erfolgt, der für Rußland durcheine Anzahl aufeinanderfolgender Mißernten und die daraus hervorgehende Abnahmeder Kaufkraft der inländischen Bevölkerung noch wesentlich erschwert wurde. SolcheKrisen, wie sie in unserer Wirtschaftsverfassung von jeder 'industriellen Entwicklungunzertrennlich sind, dürfen jedoch für die Beurteilung der ökonomischen Lage einesLandes nicht den Ausschlag geben.
Schließlich seien zur Beurteilung der wirtschaftlichen Grundlagen der russischen Finanzen noch einige Daten über den auswärtigen Handel gegeben. Der GesamthandelRußlands in Einfuhr und Ausfuhr zeigt folgendes Bild:
Einfuhr:
Ausfuhr:
Ausfuhrüberschuß
(Millionen Rubel)
1385 .
. . 435.3
538,0
103.2
1895 .
. . 489,4
L91
201.0
1901 .
. . 533
730
197
1902 .
. . 527
825
298
1903 .
. . 001
949
348
Wie aus diesen Zahlen hervorgeht, wirft der russische Außenhandel einen be-trächtlichen Ausfuhrüberschuß ab. Der Überschuß schwankt naturgemäß in den einzelnenJahren, vor allem nach dem die Größe des Ausfuhrwertes in erster Linie beeinflussende»Ernteausfall und den Getreidepreiscn sowie nach der Größe der Kapitaleinfuhr aus denwesteuropäischen Ländern. Im großen Durchschnitt erscheint der Ausfuhrüberschußjedoch mehr als ausreichend, um die jährlichen Zahlungsverpflichtungen des russischen Staates und der russischen Volkswirtschaft an das Ausland zu bestreike». Auch darausläßt sich der Schluß ziehen, daß Rußlands volkswirtschaftliche Kraft zur Erhaltunggeordneter Finanz- und Währungsverhältnisse ausreicht.
-X- Ä-
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Auch hier beginnen wir mit einer Betrachtung des letzten Haushalts-voranschlages.
Der Voranschlag für das Etatsjahr 1903/4 beziffert die ordentlichen Ein-nahmen auf 231,8 Millionen Yen (-^ 484,5 Millionen Mark), die ordentlichen Aus-gaben auf 178,6 Millionen Yen 373 Millionen Mark). Der Überschuß derEinnahmen über die Ausgaben stellte sich danach im ordentlichen Etat auf 53,3 MillionenJen 111,5 Millionen Mark).
Die außerordentlichen Einnahmen sind mit 19,9 Millionen Jen (41,6 MillionenMark) angesetzt, die außerordentlichen Ausgaben mit 66,3 Millionen Den (— 138,6Millionen Mark); die Ausgaben übertrafen mithin im außerordentlichen Etat dieEinnahmen um 46,4 Millionen Jen 97 Millionen Mark).
Insgesamt sind die Einnahmen aus 251,7 Millionen )>)en (— 526,1 MillionenMark), die Ausgaben auf 244,8 Millionen ?)en 511.6 Millionen Mark), der Über-schuß auf 6,9 Millionen Jen (-^ 14,5 Millionen Mark) veranschlagt.