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schung eigener Geldinte,ressen und parlamentarischer Tätig-keit und führt zur Begründung folgendes an:
Erzberger erwarb die Aktien von dem Hauptleiter undAufsichtsratsvorsitzenden der Gesellschaft persönlich und zwarauf dessen eigene Anregung. Es handelte sich um einen nichtunerheblichen Betrag! und um Aktien von hohem Werte;bereits zur Zeit des Ankaufs im August 1916 lieh sich nachder Bekundung des Zeugen Direktor Seelig übersehen, daßdie Gesellschaft in diesem Jahr mehr als im Borjahre, dasihr bereits den Ausgleich der Berluste zweier Jahre ermög-licht und dazu einen kleinen Gewinn gebracht hatte, verdienenwerde, wenn sich zwar auch die genaue Dividendenhöhe selbstnoch nicht beurteilen ließ? auch in der Generalversammlungvom 26. Zum 1916 war bereits von dem Borskand daraufhingewiesen worden, daß die Fabrik voll beschäftigt und eingutes Erträgnis zu erwarten sei; die Heeresverwaltung för-de,rte, wie General von Oven bekundet, die Herstellung desAnhydatleders nachdrücklich; daran, daß Erzberger dieseAussichten bekannt waren, hat das Gericht keinerlei Zweifel,da er über einen Wert von 46 666 nicht verfügen wird,ohne sich genau über die Lage des Unternehmens zu infor-mieren; auch hat ihm nach seine,r eigenen Angabe der Abg.Müller-Fulda auf seine Anfrage erklärt, daß er die Gesell-schaft für ein aussichtsreiches Unternehmen halte. Obwohl dieAktien hiernach einen bedeutenden Wert besaßen, geschahder Verkauf zum Nennwert; zwar sind nach den Aussagenvon Rechberg und Seelig um jene Zeit und in einem Fallauch später Aktien zum gleichen Kurs auch an Beamte undAngestellte, auch an einen außenstehenden tüchtigen Fach-mann und Geschäftsfreund, sowie an den Abgeordne.kenMüller-Fulda, mit dem Rechberg seit langer Zeit sehr be-freundet war und in sehr naher Berbindung stand, abgege-ben worden; Erzberger aber besaß weder Fachkenntnisse, dieder Gesellschaft hätten von Nutzen sein können, noch ist zu er-sehen, daß er zu Nechberg in so nahen persönlichen Beziehun-gen gestanden hätte, wie sie eine so auffallend billige Abgabevon Aktien erklärlich machen würde; zwar bezeichnet Erz-berge,r den Kommerzienrat Rechberg als seinen altenFreund, Rechbero, aber, der allerdings sich über wiederholte