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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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daß er in Gottes Namen den Beruf deutscher Nationals getreuer Kurhessischer Unterthan erfüllen helfe.

Und da glaubten wir, im Jahr der Gnade 1848sei Deutschland dumm gewesen. Wie groß sieht dieseZeit der Erleuchtung doch neben der heutigen! Damalshörte man noch mit Wuth und Verachtung vom Frank-furter Bundestag sprechen, als vom Urquell alles Bösen!Jetzt aber liegen wir selig in den Armen dieser Bruder-anstalt! Oder ist der Bund etwas Anderes als Oestreich?Der Repräsentant des östreichischen Korporalstocks inDeutschland , die kaiserlich privilegirte Mutterlcge allerZerstückelung, aller Knechtung und Knebelung?

Oestreich braucht Italien , wie alle seine fremdenVölker, um mit dem fremden Gewicht auf Deutschland lasten zu können, und weil die Gefahr ausbucht, ihmden Ruthenbündel zu entreißen, mit dem es uns zu Paa-ren treibt, deßwegen stehen wir für es auf und könnenden Augenblick nicht erwarten bis wir den Märtyrertodfür unsern Zuchtmeister sterben. Und wie sie schüren, wiesie jauchzen die guten Landesväter, wie sie patriotischglühen! Natürlich, sie wissen warum, nur gar zu gut!Oestreich ist der Fels, auf dem ihre Kirche steht, Oest-reich der Eckstein des Kerkers deutscher Einheit und Frei-heit, dessen vierunddreißig Zellen sich öffnen würden, wenndie schwarzgelbe Fahne in Frankfurt herabgerissen würde,Wenn einer rein deutschen Macht die Möglichkeit in denSchooß fiele, den faulen Plunder raubritterlicher Sou-veränetätcn mit einem kräftigen Stoße in alle Winde zuzerstreuen und aus Deutschland einen wirklichen Staat zu