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Juchhe nach Italia! : 1. im Mai; 2. im Juli / [Ludwig Bamberger]
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für den Papst und die Oestreichs zum Schwert greift,und ebenso gut wie der Pscndotugendrepublikaner Eavaiguacder italienischen Freiheit den Dolch in's Herz gestoßenbat, ebenso gut kann der Tyrann Bonaparte das Boll-werk der Dynasten- und Pfaffenherrschaft brechen. Erkann es doch wenigstens, und so lange die Möglichkeiteristirt, steht es deutschen armen Sündern schlecht an,den Lombarden zu grollen, weil sie nicht so erhaben sinh,dem Pathos der Rotteckischen Weltgeschichte zu lieb, mitihrem Befreiungswerk zu warten, bis sie ein Heldenstückvon Brutus und Lukretia in's Werk setzen, und mitihren Spazierstöcken (denn Waffen hat man ihnen janicht gelassen) die dreimalhunderttansend östreichischenBayonette zum Land hinansschlagcn. Ja ein solches voll-kommenes Spektakel tragischer Historie verlangt der HerrProfessor, von seinem Kabinct aus zuzuschauen und mitdem Gruseln der Bewunderung die überwältigten Heroenunter den Händen der Kroaten verbluten zu sehen; dannwird er sein hochpoetisches Probatum vielleicht in ver-traulichem Kreise aussprcchcn; aber mit fremder In-tervention frei zu werden, pfui der Schande! das istja gar nicht der Mühe werth! Fremde Intervention!als wäre die ganze politische Geschichte der letzten Jahr-hunderte etwas anderes als eine Kette solcher fremdenEinmischungen. Erstlich von der Einmischung zum Vor-theil dynastischer Interessen zu reden: was waren diedrei Theilungen Polens anders? Und dann kam dieIntervention Preußens in Holland zu Gunsten derOranier von wegen der bloßen Vcrschwägerung; und