gefähr 12 oder 13 Jahren die Nickelmünze eingeführt und eineZeit lang gekämpft damit. Es ging ihnen um deswillen nichtleicht mit dieser Münze, weil sie mit der französischen Münzean der Grenze zu konkurrieren hatte. In Belgien , wo alles seinenZug nach Frankreich hat, zog man den schweren französischen Sous vor, weil er leichter über die Grenze geht, und die bel-gische Regierung hat diesen Versuch dadurch verstärkt, dasssie glaubte, als sie die Nickelmünze einführte, eine Bestimmungerlassen zu müssen, vermöge deren die Staatskassen überallverpflichtet wurden die Nickelmünzen einzuwechseln gegen Silber-münzen. Das machte nun, dass alle Nickelscheidemünzen derStaatskasse übergeben wurden, und alle französischen Scheide-münzen im Lande kursierten. Dadurch hat die belgische Re-gierung sich veranlasst gesehen, dieses Dekret aufzuheben, undseitdem sie es aufgehoben hat, cirkuliert die Nickelmünze wiederreichlich im Lande, und es sind mir seitdem keine Klagen mehrdarüber zugegangen. Auch Brasilien hat sich vor einigen Jahrenentschlossen, Nickelmünzen einzuführen, und nach den mir zu-gegangenen Nachrichten ist man dort sehr zufrieden damit.Es ist nur eine Besorgnis, die uns möglicherweise aufhaltenkönnte, das ist die, ob auch Metall genug zu beschaffen sei.Es wird nicht viel Nickel produziert in Europa , und ich habePreisveränderungen gesehen, die uns allerdings beunruhigenmöchten. Vor 15 Jahren war das Pfund Nickel gerade dieHälfte wert von dem, was es heute wert ist, und die Verteurungdes Preises ist allein dadurch gekommen, dass eine einzigeFabrik, welche in Belgien Nickel produziert, ihr Geschäft auf-gegeben hat und dass Brasilien einen Münzvertrag mit dembelgischen Münzmeister geschlossen hat. Diese verhältnismässigbeschränkten Erscheinungen haben wesentlich dazu beigetragen,den Preis so stark zu steigern. Ein anderer merkwürdiger Um-stand hat dazu beigetragen, den Nickelpreis plötzlich zu ver-doppeln ; das ist die Entwertung der Nebenprodukte des Nickels.Nickel kommt meistens vor in Verbindung mit Kobalt, welcherals Färbestoff bis vor kurzem sehr hoch bezahlt wurde, unddie schöne blaue Farbe des Porzellans wurde zum Teil mitKobalt erzeugt. Nun haben die modernen Fortschritte derFarbenchemie den Kobalt zum Teil entbehrlich gemacht undder Nickel muss selbst für seine Bereitungskosten einstehen.
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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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274
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