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Ausgewählte Reden und Aufsätze über Geld- und Bankwesen / von Ludwig Bamberger. Im Auftr. ... hrsg. von Karl Helfferich
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aber etwas das ist sehr merkwürdig, dass ihnen das nochnie eingefallen ist: in der ganzen Welt sind die Cirkulations-mittel gar nicht um das Silber, das vorhanden war, vermindertworden; alles Silber, was da war, bis zum Jahre 1874 und1875, alles, was noch seither durch Prägungen Innzu-gekommen ist, zählt doch vollständig mit im Weltumlauf. Worvon hängt denn überhaupt das ganze Verhältnis von Geld-flüssigkeit oder Geldmangel in den einzelnen Ländern ab? VomStande der Banken, wie sich die Banken fühlen, wie sie imVerhältnis zu ihrem Barschatz Banknoten ausgeben können, darnach reguliert sich das Ganze. Nun fragt sich eigentlich, ob dieeinzelnen Banken in Europa ausser England, das kein Silberhat, sich in ihrem Zustande der Deckung grundsätzlich ver-ändert haben. Das ist mit nichten geschehen. Die meistenBanken haben nach wie vor einen Teil ihres Schatzes in Silber,und dieser Silberschatz wirkt ganz genau, als wenn erein Goldschatz wäre; mit der kleinen Aenderung, gegen dieich auch schon oft mich erhoben habe, dass allerdings dieteilweise mit Silber versehenen Banken seit dem faktischenBestehen der Goldwährung etwas nervöser geworden sind.Wäre statt Silber auf dem untersten Grunde der BankenGold vorhanden, so würden sie in ihren Operationen vielleichtetwas larger sein, noch etwas leichter nachgeben, als wenn siedenken, nach Absorption einer gewissen Summe von Goldkommen wir in die Nähe unserer Silberdeckung. Aber abge-sehen von diesem kleinen moralischen Druck auf die Fixierungdes Diskontsatzes, der vielleicht, in Prozenten ausgedrückt,1 j i Prozent auf den Zinsfuss jahraus jahrein machen möchte, istder Barschatz der Banken geradeso thatkräftig metallisch, alswenn statt des Silbers Gold in derselben Quantität daläge; unddas kommt ja' von der eigentümlichen Verfassung, in welchernach dem Vorbilde der englischen Bank alle anderen euro-päischen Banken jetzt eingerichtet sind, dass sie nach Her-kommen nämlich nur bis zu einem gewissen Grade überhauptin den Barschatz eingreifen dürfen. Meine Herren, ich enthüllehier gewissermassen ein Amtsgeheimnis, aber allerdings dochein öffentliches Geheimnis, indem ich sage: im Grunde ist esganz einerlei für den regelmässigen Verlauf der Dinge, ob dieletzten 2- oder 300 Millionen, die auf dem Grunde eines Bank-